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Editorial

Identitätsboom in der Gegenwartsliteratur: Editorial

Authors

Abstract

The special collection "Identity Boom in Contemporary Literature: Experience, Representation, Identification" scrutinizes the "identity boom" in contemporary literature, i.e., the proliferation of texts that prompt us to (once again) question the relevance of categories such as gender, race, class, etc. While in recent debates opposing camps appear to have grown entrenched—either absolutizing identity categories or rejecting their relevance for literary production and reception—the special collection aims to provide a nuanced account of the internal tensions within identity and experience-based literature. The contributions examine eminent and lesser-known examples of this genre, reconstructing internal discursive concepts and problems along the axes of experience, representation, and identification. They thus develop perspectives for critical research on current literary discourses of identity and experience.

Keywords: identity, representation, identification, contemporary literature, german literature, experience, autofiction

How to Cite:

Klanke, Annika and Stephanie Marx. "Identitätsboom in der Gegenwartsliteratur: Editorial." Genealogy+Critique 11, no. 1 (2025): 1–14. DOI: https://doi.org/10.16995/gc.25601

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2025-12-09

Peer Reviewed

1. Die Obsession mit der Identität

Mithu Sanyals 2021 veröffentlichter Roman Identitti ist in mehrerlei Hinsicht ein Zeitdokument und Zeugnis für den Identitätsboom in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Mit der Studentin Nivedita stellt der Text eine junge Person of Color ins Zentrum, die sich mit Identitätsfragen, mit gesellschaftlichen Strukturen der Ungleichheit sowie mit offenen und latenten Diskriminierungsformen auseinandersetzen muss. Damit trägt der Roman zur Diversifizierung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur bei und macht zugleich Identitätskategorien wie race, class und gender zum Gegenstand kritischer Auseinandersetzung. Denn der Erzählanlass ist gerade nicht die (eindeutige) identitäre Zugehörigkeit einer der Figuren, sondern deren Vortäuschung: Der Roman setzt ein mit dem Skandal um die Professorin Saraswati, die sich als Person of Color indischer Herkunft ausgegeben und als solche enorme Erfolge in der postkolonialen Theoriebildung gefeiert hat. Eigentlich entstammt sie jedoch einer weißen, deutschen Familie und heißt Sarah Vera Thielmann. Während Sanyals Roman also einerseits die Mechanismen in den Blick nimmt, die Identität im sozialen, ästhetischen und politischen Bereich hervorbringen, und die Ungleichheiten und Asymmetrien seziert, die dadurch entstehen, problematisiert er andererseits die Essentialisierungen, die mit der Betonung eben dieser Differenz einhergehen können.

Die intensive thematische und ästhetische Auseinandersetzung mit Identität als sozialer Kategorie ist ein erstes Charakteristikum des literarischen Identitätsboom der Gegenwart. Sie mag kein Novum der Gegenwartsliteratur sein, doch gehört sie zweifellos zu ihren zentralen Kennzeichen; sie geht einher mit der Popularisierung von Genres wie der Autosoziobiographie, Autofiktion oder dem Identitätsroman (Zeh 2022). Beobachtet und reflektiert worden ist dieser innerliterarische Identitätsboom in einer Reihe aktueller literaturwissenschaftlicher Sammelbände und Zeitschriftenausgaben (vgl. bspw. ZiG 2024; Wolting 2017; Blome, Lammers, Seidel 2022), nachgerade perpetuiert wird er aber auch in der deutschsprachigen Literaturkritik. Hier ist die Frage nach der politischen und ästhetischen Bedeutung von Identitätskategorien seit ein paar Jahren zum Lieblingsstreitpunkt avanciert, wobei die Rezensionen oftmals hinter die Differenziertheit der besprochenen Texte zurückfallen. So gilt die Darstellung von Alterität häufig bereits als Indiz dafür, dass die entsprechende Literatur eben nur mit Identitätsfragen befasst sei. Zudem gehen die Lektüren oftmals mit einer Identifizierung der dargestellten Figuren und Lebenswelten mit den Autor*innen einher. In ihrem Beitrag zu dieser Special Collection bringt Ivana Perica diese Problematik auf den Begriff der "reduction fallacy" und bezeichnet damit den Umstand, dass "[t]he complexity of a work of fiction is emphatically reduced to a single dimension by attributing all aesthetic characteristics to the ethnicity, race, or gender" (Perica 2024) ihrer Autor*innen.

Solche rezeptionsseitigen Verkürzungen sind ein zweites Kennzeichen des gegenwärtigen Identitätsbooms. Von ihnen weiß auch Sanyal zu berichten: Obwohl Identitti der spielerische Umgang mit Identität bereits im Titel eingeschrieben ist und trotz aller Fiktionssignale des Textes, ist auch sie immer wieder mit der Hauptfigur ihres Romans gleichgesetzt worden (Sanyal 2025). Die beschriebenen analytischen Fehlschlüsse und komplexitätsreduzierenden Gleichsetzungen, die sich in der feuilletonistischen Rezeption von Gegenwartsliteratur beobachten lassen, sind nicht neu. Sie führen ein Muster weiter, das sich bereits mit der Entstehung des modernen Literaturbetriebs in der Mitte des 18. Jahrhunderts herausgebildet hat. Dieses besteht kurzgefasst darin, die literarische Produktion derjenigen, deren Autorschaft1 über die Kategorien sozialer Differenz markiert ist, als "formarme Selbstmitteilung" (Geitner 2022, 211) zu charakterisieren, das heißt, sie als 'natürlichen' Ausdruck ihrer Identität und Erfahrung zu lesen und damit von einer universell vorgestellten idealistischen Ästhetik und den zugehörigen Autorschaftsnormen abzugrenzen. Die diskursiven Effekte dieser Abgrenzung beschreibt Silvia Bovenschen in Die imaginierte Weiblichkeit (1979). Die Themen, Anliegen und Ästhetiken von Autor*innen im Differenzparadigma wurden ihrer Analyse zufolge in spezialisierte, vom allgemeinen Literaturbetrieb abgetrennte Bereiche verwiesen, um "Übergriffe" (Bovenschen 1979, 20) auf die hegemoniale männlich-weiß-bürgerlich strukturierte literarische Öffentlichkeit zu verhindern. Diese historische Entwicklung steht in Zusammenhang mit den Dichotomisierungsprozessen, die die Entstehung der bürgerlichen Gesellschaft und ihres Literaturbetriebs insgesamt prägen. Geschlechternormen – in Verschränkung mit race und Klasse – strukturieren nicht nur Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie Handlungsspielräume, sondern auch die Ausdifferenzierung literarischer Gattungen, Vorstellungen von Autorschaft und Kanonisierungsprozesse; diese wirken ihrerseits auf die Mechanismen sozialer Differenzierung zurück. In ihren Grundzügen wirken die Partikularisierung, Essentialisierung und 'Naturalisierung' der literarischen Produktion von weiblichen, schwulen, migrantisierten, rassifizierten (usw.) Autor*innen bis heute fort (vgl. dazu auch Ellmann 1968; Russ 1983; Pohl, Schuchter 2021).

Der 'Identitätsboom in der Gegenwartsliteratur' zeigt sich noch in einer dritten Weise, die ebenfalls in Identitti greifbar wird. Wenn im Roman haarklein der mediale Shitstorm nachgezeichnet wird, der auf die Aufdeckung der 'gefälschten Identität' von Niveditas Professorin folgt, wird der Blick auf die aufmerksamkeitsökonomischen Bedingungen gerichtet, die die Debatten um Identität strukturieren. Im Feuilleton unserer Gegenwart fungieren reißerische Überschriften wie bspw. "Der Boom der Scham" (Lieder 2023) zum einen als wirkungsvolle Clickbaits (Daub 2022). Zum anderen sind auch solche literarischen Texte, die eine auf Repräsentation, Anerkennung, Inklusion und kulturelle Teilhabe ausgerichtete 'literarische Identitätspolitik' betreiben, Teil eines grundlegend auf Profit ausgerichteten Literaturbetriebs, der sie entlang marktgängiger Identitätslogiken positioniert und verwertet. Die gegenwärtige Konjunktur von Romanen über Bildungsaufsteiger*innen oder Menschen mit Migrationsbiographien verdankt sich eben auch dem Umstand, dass sie sich – gelabelt als 'authentische' oder 'echte' Geschichten – schlicht gut verkaufen. Manche Texte durchlaufen diese Vermarktungslogiken nicht nur, sie stützen sie auch ästhetisch, was auf ein abstraktes Muster kultureller Produktion und Distribution verweist, das sich mit Anna Kornbluh verstehen lässt. In ihrer Studie Immediacy. Or the Style of Too Late Capitalism (2024) argumentiert sie, dass autofiktionale Erzählungen durch ästhetische Verfahren, die Unmittelbarkeit, Nähe und Intimität erzeugen, Lesebedürfnisse befriedigen, die aus einer ubiquitären Entfremdungsdynamik im Spätkapitalismus entstehen. Da sie auf diese Weise die gegebene Gesellschaftsformation nur reproduzieren, entbehren sie Kornbluh zufolge jedes kritischen Potenzials.

Insgesamt sind die hier umrissenen Spannungen und Ambivalenzen untrennbar verbunden mit den literarischen Entwicklungen und Debatten im Kontext des 'Identitätsbooms in der Gegenwartsliteratur'. Diesen verstehen wir nicht als bloße literarische Mode, sondern als Symptom für eine tiefgreifende Veränderung des literarischen Feldes sowie großer Bereiche der Kulturproduktion und Rezeption, die ihrerseits komplexe Aushandlungsprozesse in Gang setzt. In deren Verlauf greifen ästhetische Praktiken, kulturindustrielle Marktlogiken, historisch gewachsene Rezeptions- und Wertungsroutinen sowie politische Kämpfe teils konflikthaft ineinander, zum Teil verstärken sie sich gegenseitig. Um das Wechselspiel dieser unterschiedlichen Faktoren in angemessener Weise berücksichtigen zu können, dürfen die genannten Spannungen und Ambivalenzen nicht geglättet werden. Ihre differenzierte Betrachtung verlangt nach einem dialektischen Zugang, der auch in dieser Special Collection gewählt wurde. Zudem ist die Auseinandersetzung entlang der Achsen Erfahrung, Repräsentation und Identifizierung ausgelegt. Diese Trias dient zuvorderst der Vermeidung von Reduktionismen. Sie soll verhindern, dass Identität als vermeintliche Autorschafts- und Textessenz gelesen wird, und macht stattdessen die Vermittlungsleistungen von ästhetischen Verfahren, Paratexten, institutionellen Kontexten und rahmenden Diskursen sichtbar. Davon ausgehend kann der 'Identitätsboom in der Gegenwartsliteratur' jenseits von einseitig emphatischen oder denunziatorischen Volten erkundet werden.

Auf diese Weise gehen auch die Beiträge der Special Collection vor: In detaillierten Beispielanalysen, durch Historisierungen und Systematisierungen sowie diskurskritische Rekonstruktionen arbeiten sie die zentralen Schauplätze, Argumente und genealogischen Linien heraus, die für die Entwicklungen des gegenwartsliterarischen Feldes charakteristisch sind. Im Folgenden werden die neun Beiträge der Special Collection unter derjenigen Achse vorgestellt, die für sie besonders prägend ist, wohl wissend, dass die jeweiligen Argumentationen vielfach übergreifend auf Erfahrung, Repräsentation und Identifizierung Bezug nehmen.

2. Erfahrung

Die Kategorie der Erfahrung ist im 20. Jahrhundert vielfach für die Etablierung literarischer Gegenöffentlichkeit mobilisiert worden und wurde so zu einem wichtigen Movens literarischer Produktion: Während in der Arbeiter*innenliteratur der Zwischenkriegszeit die Darstellung proletarischer Lebensrealitäten vor allem anhand der materiell-äußeren Umstände greifbar gemacht wurde, erweiterte sich im Umfeld der Neuen Linken seit den späten 1960er-Jahren ein Erfahrungskonzept, dass auch deren innerliche, emotionale und psychologische Dimension betonte. In der Neuen bzw. Autonomen Frauenbewegung, der Schwulen- und Lesbenbewegung, der Krüppel- und Antipsychiatriebewegung avancierte die subjektive bzw. persönliche Erfahrung zur zentralen politischen und ästhetischen Kategorie. Dabei ging es einerseits darum, persönliche Erfahrungen in Selbsterfahrungsgruppen zu teilen und dadurch überindividuelle Muster patriarchaler, kapitalistischer oder rassistischer Zurichtung zu erkennen. Andererseits sollte eine spezifisch weibliche, lesbische, schwule, behinderte, psychisch kranke, jugendliche (etc.) Erfahrung vorerst literarisch artikuliert werden. So entstanden zahlreiche autobiographisch erzählende Ich-Texte, deren "programmatischer Kern" die "authentische[] Kommunikation von Erfahrung" (Busch 2024) war. In diesem bald als 'Neue Subjektivität' bzw. 'Neue Sensibilität' etikettierten Trend (Reich-Ranicki 1975) wurden literarische Stile und Kommunikationsformen privilegiert, die Authentizität und Echtheit inszenieren, um die subjektive Erfahrung des schreibenden Ichs darzustellen und um Innenwelten, Gefühle und Träume, aber auch die eigene Körperlichkeit zu erkunden (vgl. dazu Cixous 1975; Reinig 1976; kritisch Die Schwarze Botin 1976).

Ein wichtiges ästhetisches wie politisches Medium ist in diesem Zusammenhang die Anthologie. In seinem Aufsatz zu solchen "Erfahrungsformaten" zeigt Christopher Busch, wie Anthologien als Verständigungstexte sozial markierter Gruppen fungieren und dabei zugleich kollektivierende, organisierende wie auch normierende Effekte zeitigen. Er zeichnet nach, wie 'authentische Erfahrung' und mithin soziale bzw. politische Identitäten als Effekte editorischer und literarischer Prozesse verstanden werden müssen, nicht etwa als deren vordiskursiver Ursprung. Dass Erfahrung stets vermittelt ist, zeigt sich auch in Anna Hofmans (2024) Beitrag zur jüdischen Gegenwartslyrik der dritten Generation. Am Beispiel von Hanna Rajs' Gedichtband Under månen zeigt sie, wie die Autorin subjektive Erfahrung nicht als authentischen Ursprung jüdischer Identität, sondern als Scharnier zwischen kollektiver Erinnerung und kultureller Situiertheit positioniert. Dabei pocht die lyrische Stimme auf ästhetische Eigengesetzlichkeit und widersetzt sich so dem potenziellen Leser*innen-Bedürfnis, 'die' jüdische Erfahrungswelt authentisch zu erklären oder verständlich zu machen.

Wie die Beiträge von Busch und Hofman zeigen, ist der 'Identitätsboom in der Gegenwartsliteratur' auch ein Erfahrungsboom (vgl. dazu auch Klanke 2025). Aktuell findet dieser allerdings nicht mehr hauptsächlich in literarischen Gegenöffentlichkeiten statt, sondern wird von den machtvollen Akteuren des literarischen Feldes – Institutionen des Mainstream-Literaturbetriebs und ihren Gatekeepern – durchaus gewünscht und befördert. Diese Entwicklung eröffnet zwar Zugänge, ökonomische Möglichkeiten und Kanonchancen für Autor*innen mit Differenzerfahrung, sie legt diese jedoch tendenziell auf die Literarisierung dieser Erfahrungen fest und begünstigt deren Konventionalisierung, Kommerzialisierung und Serialisierung. Wie Michaela Holdenried (2022) mit Blick auf die Literaturproduktion migrantisierter bzw. rassifizierter Autor*innen zeigt, gilt für diese bereits der implizite Maßstab einer möglichst unmittelbaren literarischen Erfahrungsdarstellung. Dies zeigt sich nach Holdenried z.B. daran, dass bei Literaturpreisen wie dem Chamisso-Preis nach "Parametern der Betroffenheit, Zerrissenheit und […] autobiographischer Selbstbezüglichkeit" (ebd., 213) entschieden werde.2 Zugespitzt formuliert wird eine Bewertung anhand ästhetischer Kriterien hier durch die Beglaubigung (vermeintlicher) Authentizität ersetzt. Zumeist werden die literarischen Texte dann auch nicht als Artikulation einer individuellen und zugleich allgemein-menschlichen Erfahrung gelesen, sondern sie gelten tendenziell als exemplarisch für die soziale Gruppenidentität, die den Autor*innen jeweils zugeschrieben wird.

3. Repräsentation

Die Frage nach dem exemplarischen Gehalt verschiedener 'Identitätsliteraturen' ist aufs Engste verbunden mit der Frage nach dem Stellenwert und der politischen Bedeutung literarischer Repräsentation. Die größere Sichtbarkeit der sozialen Gruppen, die die längste Zeit aus dem Feld kultureller Produktion ausgeschlossen waren, geht gegenwärtig mit einem progressiven Versprechen einher: Nicht nur, dass Literatur ihr Erleben und ihre Erfahrung durch Repräsentation deuten und auf diese Weise emotional und intellektuell zugänglich machen kann; ihr wird auch zugeschrieben, dass sie zu mehr Anerkennung, narrativer Selbstbestimmung, Deutungsmacht, Würde und kultureller Teilhabe von marginalisierten Gruppen führt und damit eine Verschiebung eben jener Ordnung möglich macht, die strukturiert, was gesellschaftlich sag-, denk- und fühlbar ist.

Interventionen, die in erster Linie dem Imperativ nach (ausgewogener, breiter, würdevoller etc.) Repräsentation folgen, sind spätestens seit den 1980er Jahren stichhaltig dafür kritisiert worden, dass sie auf der Konstruktion homogener Identitäten beruhen und dadurch ihrerseits Ausschlüsse produzieren (können). Die Maskulinität der proletarischen Kultur der 1920er Jahre (vgl. dazu z.B. Hake 2017; Adamczak 2017) oder die Klassen- und race-Blindheit von Teilen der feministischen Bewegungen (Schößler, Wille 2022, 109–111) – all diese Verengungen politischer Programme, die eigentlich auf die Ausweitung gesellschaftlicher Teilhabe abstellen, zeugen von den Fallstricken naiver Subjektkonstruktionen entlang von Differenzkategorien. Judith Butler und mithin eine der schärfsten Kritiker*innen von Repräsentationspolitiken stellt trotzdem fest, dass "die politische Aufgabe nicht darin bestehen" kann, diese "abzulehnen" (Butler 1991, 20), und zwar schon deshalb, weil es keine Position außerhalb "der Rechtsstrukturen von Sprache und Politik" gibt, die "das zeitgenössische Feld der Macht [bilden]" (Butler 1991, 20). Stattdessen müssen sich progressive Politiken um die "kritische Genealogie seiner Legitimationspraktiken" (Butler 1991, 20) bemühen – was immer auch heißt, die entsprechenden Sprachpraktiken kritisch zu reflektieren.

Die Literatur scheint diesbezüglich ein privilegiertes Medium zu sein. Aufgrund ihrer Selbstreflexivität ist sie prädestiniert dafür, Benennungs-Prozesse zu hinterfragen, die einer Homogenisierung Vorschub leisten, und die Bedingungen der Versprachlichung eines marginalisierten Erlebens zu reflektieren. In dieser Hinsicht ist die neueste Literaturproduktion spätestens seit den Debatten um einen 'Populären Realismus' jedoch in Verruf geraten. In seinem gleichnamigen Buch kritisiert Moritz Baßler, dass die formal-sprachliche Ebene in vielen Gegenwartstexten in den Hintergrund rückt, wodurch ihre Gemachtheit unsichtbar werde. Was Baßler somit zur Disposition stellt, das sind die ästhetischen Verfahren, denen die Literatur ihr kritisches Potenzial verdankt. Dieses gesteht er in erster Linie avantgardistischen Techniken zu, wobei er ästhetische Norm und Rezeption aneinander koppelt. Denn der "Effekt realistischer Erzählweise" ist Baßler zufolge, dass eben nicht kritisch reflektiert wird, sondern dass immer schon "alles eindeutig [ist]" (Baßler 2022, 36). Der gemäßigte Stil und die Zurücknahme von Artifizialität – die eine Vielzahl von 'Identitätsliteraturen' der Gegenwart zweifellos auszeichnen – bedingen Baßler zufolge die Einschränkung literarischer Interventionsmöglichkeiten. Zudem führt es ihm zufolge dazu, dass ästhetische Fragestellungen bei der literarischen Rezeption ganz grundsätzlich zurückgestellt werden. In eine ähnliche Richtung denkt auch Carolin Amlinger, die in der Süddeutschen Zeitung bemerkt, dass Literatur "vermehrt soziologisch gelesen" (Amlinger 2023, 9) wird. Amlinger teilt mit Baßler den Befund, dass die Literatur dadurch an Kriterien gemessen wird, "die sich außerhalb der ästhetischen Welt befinden, in dem politischen und ethischen Miteinander" (Amlinger 2023, 9).

Was gewisse Tendenzen der Rezeption anbelangt, muss Amlinger sicherlich Recht gegeben werden: In inhaltsversessenen Lektüren geraten gerade autofiktionale und autosoziobiographische Texte derzeit oft zum bloßen Exempel für soziologische oder andere Gesellschaftstheorien. Eine Kritik dessen sollte indes genau hier – auf der Ebene der Rezeption – ansetzen, denn natürlich kann auch noch der realistischste Roman auf seine ästhetischen Besonderheiten hin untersucht werden.

Dass (populär-)realistische Texte nicht notwendig sprach- oder formvergessen sind, dass sich aber auch die Ästhetik nicht ohne Verluste von den Bereichen Politik und Moral lösen lässt, das arbeiten die Beiträge der Special Collection deutlich heraus. So zeigen Sophie Schweiger (2023) und Sebastian Schuller (2024) in differenzierten Analysen, dass und wie Texte im gegenwartsliterarischen Feld ihre eigene formale und rhetorisch-symbolische Gemachtheit ausstellen. Anhand von Fiston Mwanza Mujilas Roman Tram 83 macht Schuller deutlich, dass die Literatur "Identität im Kapitalismus" denken und "das Identitäre als Größe im Kapital" darstellen kann. Schweiger arbeitet heraus, wie Sanyals Identitti einen doppeldeutigen Begriff der Aneignung entwirft, der sowohl die problematische Vereinnahmung als auch die verändernde Zitation umfasst. Beide Beiträge erhellen, auf welch unterschiedliche Weise Gegenwartsromane die ästhetischen, medialen und ideologischen Paradigmen anschaulich werden lassen, in denen sie entstanden sind.

In ihrem Beitrag "Wahre Klischees und plumpe Plausibilisierungen" zeichnet Lea Liese (2024) ausgehend von standpunkttheoretischen Überlegungen nach, dass schematisierende Darstellungen in den Texten von Anke Stelling und Olivia Wenzel weniger im Dienst identitätspolitischer Vereindeutigung stehen, als dass sie diese problematisieren. Roman Widder wendet sich in seiner "Skizze einer Poetik der Teilhabe" (2024) ebenfalls Wenzels Roman zu. Er liest 1000 serpentinen angst gemeinsam mit Kim de L'Horizons Blutbuch und bindet die Texte an die antiken Konzepte mimesis und methexis zurück. Im Zuge dessen arbeitet er Anschlüsse der aktuellen Literaturproduktion an ästhetische Traditionen heraus und eröffnet dadurch nicht nur eine konzeptuell neue Perspektive auf die Gegenwartsliteratur, er verleiht der Auseinandersetzung auch historische Tiefenschärfe. Der Beitrag von Sandra Folie (2024) macht schließlich deutlich, dass die veränderten Sujets und Themen in der neuesten Literatur auch eine Erweiterung literaturwissenschaftlicher Instrumentarien verlangen. Im Zuge ihrer Auseinandersetzung mit Tete Loepers Barfuß in Deutschland macht sie deutlich, dass sich Loepers Roman in eine afrikanisch-diasporische Literaturtradition einschreibt – deren Motive und Erzählweisen jedoch gekannt werden müssen, um Referenzen überhaupt deuten und einordnen zu können (vgl. dazu auch Oholi 2024).

3. Identifizierung

Die neuen Formen literarischen Erzählens markieren eine Erweiterung kultureller und literarischer Repräsentation in Bezug auf Figurenarsenal und -konstellation und fordern die literaturwissenschaftliche Analyse heraus, ihre begrifflichen und methodischen Werkzeuge zu schärfen. Vor diesem Hintergrund rückt auch der Begriff der Identifizierung neu ins Zentrum. Dieser lässt sich nicht auf eine Projektion oder Einfühlung reduzieren, sondern vollzieht sich als komplexes Wechselspiel zwischen Text, Leser*in und gesellschaftlicher Struktur. Dabei leisten die neuesten Erfahrungs- und Identitätsliteraturen eine Art der Hilfestellung, die auch Pierre Bourdieu im Sinn gehabt haben mag, als er seine Zuhörer*innen am Ende seines Soziologischen Selbstversuchs (2002) wissen ließ: "[N]ichts würde mich glücklicher machen, als wenn es mir hier gelungen wäre, daß einige meiner Leser oder Leserinnen ihre eigenen Erfahrungen, ihre Schwierigkeiten, ihre Fragen, ihre Leiden in meinen wiedererkennen können" und wenn die "wirklichkeitsnahe Identifikation […] eine Hilfe sein könnte, um das, was sie tun und leben, ein wenig besser zu tun und zu leben” (Bourdieu 2002, 127). Das Bereitstellen seiner Geschichte, die zweifellos eine Erfolgsgeschichte ist, allerdings von klassischen Bildungsbiographien abweicht, soll nicht mehr und nicht weniger als helfen. In ähnlicher Weise 'helfen' auch die literarischen Texte unserer Gegenwart, wenn sie Lebensästhetiken zur Disposition stellen und damit alternative Beziehungsweisen zum Selbst und zu anderen entwerfen sowie Möglichkeiten eines 'lebbaren' Lebens erkunden (Felski 2021). Ausgehend von ihrer Funktionalisierung überschreiten sie jedoch die der Literatur traditionell zugeschriebene Zweckfreiheit und Eigengesetzlichkeit. Damit stellen sie das Autonomiepostulat und mithin eines der am stärksten umkämpften Axiome ästhetischer Theorien in Frage (vgl. dazu z.B. Blome 2023, Geitner 2016). In aktuellen literaturwissenschaftlichen Debatten mag diese Heteronomisierung nicht allen Ortes begrüßt werden (Bohrer 2019), doch wird sie zunehmend als "kritische Arbeit der Gegenwartsliteratur am Literaturbegriff" (Spoerhase, Vogel 2023, 859) gewertet und gewürdigt.

Prozeduren der Identifizierung mögen einer im weitesten Sinne engagierten Neuausrichtung der Literatur Vorschub leisten, historisch waren sie jedoch auch zentraler Bezugspunkt 'veranderter' Lesepraktiken. Wie Franziska Schößler und Lisa Wille nachzeichnen, war das identifizierende Lesen im 19. Jahrhundert mit Weiblichkeit assoziiert, ihm stand ein "geistiges, körperloses Lesen des Mannes gegenüber[]" (Schößler, Wille 2022, 160). In ihrer feminisierten Gestalt wurde eine auf Identifizierung beruhende Lektüre demnach als naiv-affirmativ, gar als gefährlich-erotisierend diskreditiert. Diese Gedanken haben auch Denker*innen im Kontext der Postcritique aufgegriffen. So wertet etwa Rita Felski die Gleichsetzung zwischen der Identifizierung mit einem Text und dessen unkritischer Affirmation als einen nicht selten misogyn und klassistisch grundierten Fehlschluss, der sich weder mit der Leseempirie noch mit Ergebnissen aus der empirischen Leseforschung decke. Identifikation vollzieht sich Felski zufolge vielmehr in Ambivalenz: Einen Text gut finden und sich in seinen Figuren wiederfinden heißt ihr zufolge nicht, dass alle sozialen, moralischen Einstellungen unkritisch übernommen würden (Felski 2008, 34).

Die Beiträge der vorliegenden Special Collection setzen sich sowohl mit Identifizierung als unkritischem Einverständnis auseinander als auch mit ihrem produktiven Potenzial. Wie Judith Niehaus (2024) in ihrer Lektüre von Shida Bazyars Drei Kameradinnen herausarbeitet, können Texte eine identifizierende Leseerwartung auch enttäuschen und dadurch Irritationen hervorrufen. Der Ausgangspunkt von Niehaus' Argumentation ist die linguistische Konzeptualisierung von Identifizierung, die sodann nicht über Begriffe der Einfühlung, sondern als Texteffekt beschreibbar wird. Davon ausgehend zeigt sie, wie die Erzählinstanz in Bazyars Roman eine Identifizierung der 'Deutschlehrerkinder', als die sie ihre Leser*innen anspricht, verhindert. Über deiktische Prozeduren schafft sie somit kein Einverständnis, sondern Distanz. Eine andere Dimension eröffnet Pericas ideologiekritisch ausgerichteter Beitrag. In ihrem stark systematisierenden Artikel argumentiert sie, dass literarische Identitätspolitik zwar auf gesellschaftliche Anerkennung und Inklusion zielt, dabei jedoch unweigerlich in die Logiken des neoliberalen Markts und die ihn legitimierenden progressiven Versprechen verstrickt ist. Zwischen dem emanzipatorischen Anspruch und der Einpassung in einen von Sichtbarkeit, Konkurrenz und Verkaufszahlen bestimmten Literaturbetrieb tut sich eine Spannung auf, die durch affirmative Lesarten der gegenwärtigen Identitätsliteratur überdeckt wird. Perica plädiert daher für eine kritische Auseinandersetzung mit den ökonomischen und ideologischen Bedingungen literarischer Produktion, die (einigen wenigen) marginalisierten Stimmen Feldpositionen zugesteht, jedoch zum Preis ihrer stummen Zustimmung zu ebenjenen Bedingungen (Perica 2024).

4. Schluss: Gegenwartsliteraturforschung und der Identitätsboom

Zum in dieser Special Collection ausgeloteten 'Identitätsboom in der Gegenwartsliteratur' lässt sich kein abschließender Befund formulieren, denn mit der Phrase ist ein von Widersprüchen durchzogener Prozess beschrieben, dessen Ausgang offen ist. Er forciert eine sukzessive Erweiterung von Figurenrepertoires, Adressierungen und ästhetischen Verfahren, wodurch sich Wahrnehmungs- und Deutungsordnungen verschieben können. Gleichzeitig kann er die (Re-)Produktion von Othering sowie eine Rezeptionspraxis verstärken, die Texte von Autor*innen mit Differenz- bzw. Marginalisierungserfahrungen weiterhin innerhalb historisch gewachsener Sonderästhetiken und -epistemologien verhandelt, und so essentialisierende Logiken der Identität auch befördern. Den Potenzialen und Herausforderungen, die mit dem Identitätsboom im literarischen Feld einhergehen, kann daher nicht mit generalisierenden Urteilen begegnet werden. Stattdessen muss die Einzeltextanalyse prüfen, in welche Richtung 'das Pendel jeweils ausschlägt'. Um dabei nicht verkürzende Rezeptionsmuster zu reproduzieren – dies zeigen die Beiträge der Special Collection in aller Deutlichkeit –, sind die (selbst)kritische Reflexion etablierter literaturwissenschaftlicher Kategorien sowie die sorgfältige Rekonstruktion historischer und ästhetischer Diskurse unabdingbar. Der produktive Ausgangspunkt für die Interpretation ist dabei eine parteiliche Lektürehaltung, die in keinem Widerspruch zur differenzierten und durchaus kritischen formal-sprachlichen Analyse steht.

Der Blick auf die nun vorliegenden Beiträge der Special Collection eröffnet die Möglichkeit und Notwendigkeit der Selbstkritik. Auch wir haben den 'Identitätsboom der Gegenwartsliteratur' tendenziell auf marginalisierte, erfahrungsbasierte Stile und Formen verengt. Tatsächlich scheint es nicht zufällig, dass uns keine Beitragsvorschläge erreichten, die etwa Romane mit jungen, weißen männlichen Protagonisten als Identitätsliteratur diskutieren. Künftig gilt es, Mehrheitsidentitäten und hegemoniale Subjektpositionen ausdrücklich miteinzubeziehen, um der Veranderung der Thematik vorzubeugen. Gleichzeitig muss auch der Identitätsboom 'von rechts' explizit mitgedacht werden. Wenn Autoren (sic!) derzeit laut darüber nachdenken, Männerverlage zu gründen, weil diese zunehmend am Buchmarkt marginalisiert würden (Wurmitzer 2025), dann vereinnahmen sie nicht nur progressive Praktiken, sie verschleiern auch die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse. Nicht auf die Erweiterung kultureller Teilhabe, sondern auf den Erhalt von Privilegien und Exklusion zielen derlei Projekte. Für die literaturwissenschaftliche Erforschung dieser Entwicklungen bedeutet dies, dass der ‚Identitätsboom‘ nicht einfach als progressive Diversifizierung des Feldes verstanden werden kann. Vielmehr ist zu fragen, wo autoritäre bzw. regressive und progressive literarische Identitätspolitiken (unfreiwillig) Berührungspunkte zeigen und welche Spezifika sie jeweils aufweisen. Beide operieren mit ähnlichen Kategorien (Identität, Zugehörigkeit, Ausschluss), aber mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Im Kern steht damit die Frage, wie sich ästhetische Subjektkonzeptionen, Autor*innenschaft und die Vermittlung sozialer Erfahrung im Zeichen identitätspolitischer Auseinandersetzungen neu konfigurieren. Die folgenden Beiträge öffnen das Terrain für weitere Auseinandersetzungen mit einer Verschiebung des literarischen Felds, deren Richtung noch nicht entschieden ist.

Notes

  1. Hier und im Folgenden wird bei historisch männlich codierten Konzepten wie Autorschaft auf eine geschlechterinklusive Schreibweise verzichtet, um die Asymmetrien, die den Konzepten eingeschrieben sind, nicht zu verdecken. [^]
  2. Der Chamisso-Preis wurde ab 1985 für Autor*innen vergeben, "die ihre je persönliche migrantische Erfahrung eines Sprach- oder Kulturwechsels in die deutschsprachige Gegenwartsliteratur einbringen." (https://www.chamissopreis-dresden.de/home/ueber-den-preis/). [^]

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