<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Publishing DTD v1.0 20120330//EN" "http://jats.nlm.nih.gov/publishing/1.0/JATS-journalpublishing1.dtd">
<!--<?xml-stylesheet type="text/xsl" href="article.xsl"?>-->
<article article-type="research-article" dtd-version="1.0" xml:lang="en" xmlns:mml="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance">
<front>
<journal-meta>
<journal-id journal-id-type="issn">2515-2076</journal-id>
<journal-title-group>
<journal-title>Le foucaldien</journal-title>
</journal-title-group>
<issn pub-type="epub">2515-2076</issn>
<publisher>
<publisher-name>Open Library of Humanities</publisher-name>
</publisher>
</journal-meta>
<article-meta>
<article-id pub-id-type="doi">10.16995/lefou.52</article-id>
<article-categories>
<subj-group>
<subject>Research</subject>
</subj-group>
</article-categories>
<title-group>
<article-title>Ist eine nicht-anthropozentrische Soziologie denkbar? Die Soziologie als anthropologische Humanwissenschaft bei Foucault und Latours Gegenentwurf</article-title>
</title-group>
<contrib-group>
<contrib contrib-type="author">
<name>
<surname>Ro&#223;ler</surname>
<given-names>Gustav</given-names>
</name>
<email>gurosz@t-online.de</email>
<xref ref-type="aff" rid="aff-1">1</xref>
</contrib>
</contrib-group>
<aff id="aff-1"><label>1</label>Berlin, DE</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2018-10-26">
<day>26</day>
<month>10</month>
<year>2018</year>
</pub-date>
<pub-date pub-type="collection">
<year>2018</year>
</pub-date>
<volume>4</volume>
<issue>1</issue>
<elocation-id>8</elocation-id>
<history>
<date date-type="received" iso-8601-date="2018-09-10">
<day>10</day>
<month>09</month>
<year>2018</year>
</date>
<date date-type="accepted" iso-8601-date="2018-09-28">
<day>28</day>
<month>09</month>
<year>2018</year>
</date>
</history>
<permissions>
<copyright-statement>Copyright: &#x00A9; 2018 The Author(s)</copyright-statement>
<copyright-year>2018</copyright-year>
<license license-type="open-access" xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
<license-p>This is an open-access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC-BY 4.0), which permits unrestricted use, distribution, and reproduction in any medium, provided the original author and source are credited. See <uri xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/</uri>.</license-p>
</license>
</permissions>
<self-uri xlink:href="http://foucaldien.net/articles/10.16995/lefou.52/"/>
<abstract>
<p>Can we imagine a sociology that is not anthropocentric? This paper deals with sociology as a human science of the 19th century as Foucault describes it in <italic>Les mots et les choses</italic>. How can the anthropological structure of sociology be defined more specifically? The paper argues that it is characterized by four features: human consciousness as agency of the social, marginalization of things, man as empirico-transcendental doublet, and sociologism. The author discusses Latour&#39;s non-anthropocentric sociology as an alternative draft of social theory and specifies the difference between the concepts of modernity used by Latour and Foucault.</p>
</abstract>
<kwd-group>
<kwd>actor-network theory</kwd>
<kwd>sociology</kwd>
<kwd>anthropology</kwd>
<kwd>anthropocentric</kwd>
<kwd>empirico-transcendental doublet</kwd>
<kwd>modernity</kwd>
</kwd-group>
</article-meta>
</front>
<body>
<sec>
<title>1. Einleitung</title>
<p>Obwohl beide von Hause aus keine Soziologen sind, haben sowohl Foucault als auch Latour zur Soziologie und zum Sozialen ein dezidiertes Verh&#228;ltnis. Au&#223;erdem werden ihre Theorien in der Soziologie als &#34;Ans&#228;tze&#34; diskutiert und gelehrt, Foucault zumeist unter dem Etikett &#34;Diskursanalyse&#34;, Latour unter dem der &#34;Akteur-Netzwerk-Theorie&#34; (ANT).<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref> Um diese soziologische Rezeption soll es im Folgenden zwar auch, wenngleich am Rande gehen. Im Zentrum aber steht Foucaults Charakterisierung der Soziologie als anthropologische Wissenschaft in seinem Buch <italic>Die Ordnung der Dinge.</italic><xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref> Daran schlie&#223;t die Frage an, ob eine nicht-anthropologische Soziologie denkbar ist und m&#246;glicherweise in der Akteur-Netzwerk-Theorie Latours Gestalt gewonnen hat.<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref> Zun&#228;chst will ich herausarbeiten, was unter der Soziologie als einer anthropologischen Wissenschaft des 19. Jahrhunderts zu verstehen ist. Dazu erfolgt eine genaue Re-Lekt&#252;re dessen, was Foucault in der <italic>Ordnung der Dinge</italic> zu den entstehenden Humanwissenschaften sagt, die er als anthropologisch charakterisiert. Dies ist ebenfalls f&#252;r die Interpretation von Foucaults Werk interessant, denn in der Regel wird die Anthropozentrik auf den Subjektbegriff verk&#252;rzt. Aber die zentrale (und doppeldeutige) Stellung des Subjekts ist nur eine ihrer Eigenschaften. Auch wird diese vor allem im Zusammenhang philosophischer Positionen diskutiert (etwa Ph&#228;nomenologie, Existenzialismus, Hegel, Marx),<xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref> und kaum bezogen auf die Soziologie.</p>
<p>Es erstaunt ja schon, dass Foucault so umstandslos von der Soziologie vereinnahmt wird,<xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref> wo er diese doch in der <italic>Ordnung der Dinge</italic> so deutlich kritisiert. Auffallend ist auch, dass die Anthropologiekritik f&#252;r seine soziologische Rezeption so gut wie keine Rolle gespielt hat und kaum thematisiert worden ist.<xref ref-type="fn" rid="n6">6</xref> Daher erscheint es mir n&#252;tzlich, genauer herauszuarbeiten und zu explizieren, was unter der Anthropologie bzw. Anthropozentrik der sogenannten Humanwissenschaften und insbesondere der Soziologie zu verstehen ist. Ausgehend von dieser Lekt&#252;re wird in einem zweiten Schritt eine theoretische (und vielleicht leicht anachronistische) Versuchsanordnung aufgebaut: Entspricht Latours Soziologie den Kriterien einer nicht-anthropozentrischen Soziologie, wie sie sich aus Foucaults <italic>Ordnung der Dinge</italic> ergeben? Nicht nur f&#252;r die Interpretation von Foucaults Werk, sondern auch f&#252;r den Entwurf einer nicht-anthropozentrischen &#34;neuen Soziologie&#34; scheint mir dies eine interessante Fragestellung zu sein.<xref ref-type="fn" rid="n7">7</xref></p>
<p>Als erstes werde ich kurz den argumentativen Rahmen Foucaults skizzieren; zweitens die Soziologie, wie sie als Humanwissenschaft des 19. Jahrhunderts von Foucault charakterisiert und historisch eingeordnet wird, genauer darstellen; drittens Latours Soziologie der Assoziationen als nicht-anthropozentrische Alternative diskutieren, wie sie unter anderem in den <italic>Existenzweisen</italic> auftaucht. Zuletzt werde ich dann die Komplementarit&#228;t, die ich so zwischen den beiden Autoren hergestellt habe, wieder in Frage stellen bzw. wieder in die Schwebe bringen, indem ich ihre unterschiedliche Vorstellung von dem, was Moderne hei&#223;t, kurz in den Blick nehme.</p>
</sec>
<sec>
<title>2. Die Soziologie als Humanwissenschaft des 19. Jahrhunderts</title>
<p>In der <italic>Ordnung der Dinge</italic> kommt &#34;die Gesellschaft&#34; explizit selten vor, gemeinhin als fraglose Gegenstandsbezeichnung und nicht als prononcierter Begriff Foucaults. So ist etwa die Rede von der &#34;Industriegesellschaft&#34;, die neue Normen gegen&#252;ber den Individuen durchsetzt.<xref ref-type="fn" rid="n8">8</xref> Ausdr&#252;cklich besprochen wird aber die Wissenschaft von der Gesellschaft, die Soziologie. Denn diese gilt Foucault als eine der &#34;Humanwissenschaften&#34;, die im 19. Jahrhundert entstehen. Man erinnert sich: Foucault erforscht die grundlegenden Verschiebungen, die sich um 1650 und dann um 1800 in den Wissensordnungen ereigneten, anhand der drei Wissensdiskurse Naturgeschichte, allgemeine Grammatik, Analyse der Reicht&#252;mer. Diese orientierten sich im 19. Jahrhundert neu, nachdem sie im klassischen Zeitalter (17.&#8211;18. Jahrhundert) eine bestimmte Konstellation zwischen ihren Begriffen (den &#34;W&#246;rtern&#34; im franz&#246;sischen Titel <italic>Les mots et les choses</italic>) und ihren Gegenst&#228;nden (den &#34;Dingen&#34;) gebildet hatten, eine Konstellation, die ihren Dreh- und Angelpunkt in der Repr&#228;sentation gefunden hatte. An ihre Stelle traten im 19. Jahrhundert die Wissenschaften Biologie, Sprachwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft.</p>
<p>Gleichzeitig mit der Formierung dieser drei Wissenschaften, die sich am markantesten darin gleichen, dass &#34;der&#34; Mensch ins Zentrum des Interesses und der Erkl&#228;rung r&#252;ckt, entstanden damals drei neue Wissenschaften: Soziologie, Psychologie, etwas sp&#228;ter Ethnologie, die eine &#228;hnliche anthropologische Struktur aufweisen und sich auf Modelle jener drei anderen Wissenschaften st&#252;tzen. Genau genommen, geh&#246;ren diese &#34;Humanwissenschaften&#34; schon zu einer dritten Verschiebung, die man um 1900 datieren k&#246;nnte, wie es Friedrich Kittler tut.<xref ref-type="fn" rid="n9">9</xref> Von diesen drei Humanwissenschaften interessiert im Folgenden nur die Soziologie. Diese neu entstehende Wissenschaft denkt anthropozentrisch &#8211; Foucault sagt &#34;anthropologisch&#34;, was im Sinne einer Anthropo-Logik zu lesen ist.<xref ref-type="fn" rid="n10">10</xref> Danach stellt der Mensch das Prinzip, die Grundlage dar, anhand derer die Gesellschaft, das Zusammenleben der Menschen und die daraus resultierenden Konflikte und Regeln gedacht werden: &#34;Die Soziologie ist grundlegend eine Untersuchung des Menschen im Rahmen von Regeln und Konflikten&#34;.<xref ref-type="fn" rid="n11">11</xref></p>
<p>Der tiefere Sinn gesellschaftlicher Regeln und Konflikte liegt im Menschen, d.h. in meinen Worten formuliert: in seiner Intentionalit&#228;t, Subjektivit&#228;t, seinem Bewusstsein, in den Beziehungen der Menschen untereinander (Interaktion und Kommunikation), im Zwischenmenschlichen, im sozialen Handeln (das meist ausgehend vom subjektiven Sinn bzw. der Intentionalit&#228;t verstanden wird). Ausgeblendet bleiben in dieser Sicht des Sozialen Dinge und andere nicht-menschliche Entit&#228;ten. F&#252;r Latour soll dagegen das &#34;Kollektiv&#34; von Menschen und Nicht-Menschen die Gesellschaft der traditionellen Soziologie beerben. Das bringt eine Dezentrierung der Stellung des Menschen mit sich. Auf dem Hintergrund von Foucaults &#220;berlegungen scheint es kein Zufall zu sein, dass gerade dieses Moment von Latours Soziologie heftig kritisiert worden ist.<xref ref-type="fn" rid="n12">12</xref> In den teilweise emp&#246;rten Reaktionen zeigt sich, wie anthropozentrisch die traditionelle Soziologie nach wie vor denkt. Danach geh&#246;ren Dinge und andere nicht-menschliche Entit&#228;ten nicht zum genuin Sozialen, weil sie beispielsweise nicht im eigentlichen Sinne handeln k&#246;nnen, oder weil sie nur als Materiest&#252;cke oder nat&#252;rliche Wesen gelten, an die die Menschen ihre arbitr&#228;ren Bedeutungen heften.<xref ref-type="fn" rid="n13">13</xref> Von dieser klassischen Soziologie, die er als &#34;Soziologie des Sozialen&#34; tituliert, unterscheidet Latour seine eigene und verwandte, wie die Gabriel Tardes, die er als &#34;Soziologie der Assoziationen&#34; bezeichnet.<xref ref-type="fn" rid="n14">14</xref></p>
</sec>
<sec>
<title>3. Anthropo-Logik der Soziologie</title>
<p>Die Soziologie wird von Foucault als Humanwissenschaft mit anthropologischer Struktur charakterisiert. Dieser Spur will ich nun gr&#252;ndlicher nachgehen. Was besagt zun&#228;chst anthropologisch? Es hei&#223;t, kurz gesagt, den Menschen &#34;zur Grundlage, zum Ma&#223;stab und zum Zielpunkt&#34; der &#220;berlegungen zu machen,<xref ref-type="fn" rid="n15">15</xref> wobei der Mensch &#34;als dichte und urspr&#252;ngliche Realit&#228;t, als schwieriges Objekt und souver&#228;nes Subjekt jeder m&#246;glichen Erkenntnis&#34; verstanden wird.<xref ref-type="fn" rid="n16">16</xref> In heutigen bzw. Weber&#39;schen Termini hei&#223;t anthropozentrische Soziologie: Soziales Handeln ist Kern des Sozialen. Soziales Handeln wird ausgehend von Intentionalit&#228;t oder subjektivem Sinn verstanden und ist damit nur Menschen m&#246;glich. Substanz, Grundlage, Prinzip des Sozialen sind also im oder beim Menschen zu suchen.</p>
<disp-quote>
<p>Die Humanwissenschaften behandeln nicht das Leben, die Sprache und die Arbeit des Menschen in der gr&#246;&#223;ten Transparenz, in der diese sich zeigen k&#246;nnen, sondern in jener Schicht von Verhaltensweisen, Benehmen, Attit&#252;den, bereits vollzogenen Gesten, bereits ausgesprochenen oder geschriebenen S&#228;tzen, innerhalb deren sie vorab ein erstes Mal denen gegeben worden sind, die handeln, sich verhalten, tauschen, arbeiten und sprechen.<xref ref-type="fn" rid="n17">17</xref></p>
</disp-quote>
<p>"Denen&#8230;, die handeln, sich verhalten&#8230;&#34;, das sind die Menschen. In diesem Zitat finden sich wie in einem Brennpunkt verschiedene Aussagen geb&#252;ndelt, die im weiteren noch genauer entwickelt werden sollen. Zun&#228;chst einmal arbeitet Foucault hier eine Faltung, eine Verdoppelung heraus, die eine merkw&#252;rdige epistemologische Position impliziert. Doch gleichzeitig wird eine Art Ursprungsmythos, eine ontologische Vorg&#228;ngigkeit formuliert &#8211; &#34;vorab&#34;, &#34;ein erstes Mal&#34; &#8211;, worin sich das anthropozentrisch gedachte Soziale konstituiert. In der Soziologie wird dieser Ursprung bzw. diese Verdoppelung in den Ursprung hinein bisweilen auch von einem sie tragenden Bewusstsein her gedacht und somit die Repr&#228;sentation (und/oder Konstitution) der Gesellschaft (oder des Sozialen) im Bewusstsein oder in der Vorstellung der einzelnen Menschen postuliert. Die Konsequenzen der Anthropo-Logik f&#252;r die Soziologie werde ich nun in vier Schritten genauer darlegen (von denen manche soeben in der Interpretation des Zitats schon kurz angedeutet wurden), wobei ich jedes Mal am Ende die Gegenposition Latours formuliere, die ich sp&#228;ter (in &#34;Die nicht-anthropozentrische Soziologie der ANT&#34;) noch einmal zusammenfassen werde.</p>
<p>Erstens: <italic>Die Instanz des</italic> (<italic>menschlichen</italic>) <italic>Bewusstseins fungiert als Tr&#228;ger des Sozialen.</italic> Am deutlichsten anthropozentrisch ist die Soziologie dann, wenn sie alles und jegliches Soziale im menschlichen Individuum und dessen Bewusstsein fundiert. Demnach ist der &#34;soziologische Bereich&#34; jener Bereich,</p>
<disp-quote>
<p>wo das arbeitende, produzierende und konsumierende Individuum <italic>sich die Repr&#228;sentation der Gesellschaft gibt</italic>, in der diese Aktivit&#228;t vollzogen wird; der Gruppen und Individuen, unter denen sie verteilt ist; der Befehle, Strafen, Riten, Feste und des Glaubens, durch die sie unterhalten oder skandiert wird.<xref ref-type="fn" rid="n18">18</xref></p>
</disp-quote>
<p>&#34;Intentionalit&#228;t&#34; lautet in der neueren Soziologie das Schl&#252;ssel- und Kennwort f&#252;r die Bewusstseinsfundierung des Sozialen.<xref ref-type="fn" rid="n19">19</xref> Foucault formuliert es im soeben wiedergegebenen Zitat ein wenig anders, aber der Ort oder die Instanz, wo das Individuum &#34;sich die Repr&#228;sentation der Gesellschaft gibt&#34;, d&#252;rfte wohl im Bewusstsein liegen. Im Unterschied zum klassischen Zeitalter meint Repr&#228;sentation hier allerdings nicht eine transparente Repr&#228;sentation; sondern es ist stets ein getr&#252;btes oder psychisch bzw. sozial gef&#228;rbtes Bewusstsein, dem die Gesellschaft oder ihre Regeln pr&#228;sent sind. Dagegen l&#228;&#223;t sich bezweifeln, ob Norm, Regel und System<xref ref-type="fn" rid="n20">20</xref> des Sozialen bzw. der Gesellschaft im oder dem Bewusstsein gegeben sein m&#252;ssen. Dass sie irgenwann die verschiedensten Bewusstseine durchlaufen k&#246;nnen (und vermutlich von Zeit zu Zeit auch m&#252;ssen),<xref ref-type="fn" rid="n21">21</xref> mag sein. Dennoch sollte, wie Foucault formuliert, &#34;die Instanz der Repr&#228;sentation in der Schwebe gehalten&#34; werden.<xref ref-type="fn" rid="n22">22</xref></p>
<p>Sie <italic>kann</italic> zwar im Bewusstsein zu finden sein, aber auch, w&#252;rde ich sagen, im verteilten Handeln, in der verteilten Kognition, im System der Sprache, in der Schrift, in Diskursen, im Unbewu&#223;ten, wo Foucault sie an der zitierten Stelle verortet, bis hin zu physiologischen Tr&#228;gern (wozu nicht nur hirnphysiologische, sondern auch sensomotorische Prozesse zu rechnen w&#228;ren). Die sogenannten Praxistheorien (diejenige Bourdieus etwa) ersetzen zwar das Bewusstsein durch den menschlichen K&#246;rper (und Habitus) und das intentionale Handeln durch Praxis. Indem sie aber das menschliche Subjekt der Praxis bzw. Praktiken betonen, sind sie immer noch, wenn nicht sogar in noch gr&#246;&#223;erem Ma&#223;e, anthropozentrisch. Das gilt ebenfalls f&#252;r die Marx&#39;sche Sozialtheorie.<xref ref-type="fn" rid="n23">23</xref></p>
<p>F&#252;r Latour besteht Gesellschaft (bzw. das Kollektiv) bekanntlich nicht nur aus Menschen; Tr&#228;ger des Sozialen sind nicht allein Menschen, damit nicht nur Bewusstseine; das verteilte Handeln, die nicht bewusstseinsbasierte agency, die verteilte Kognition bilden verschiedene Instanzen f&#252;r die Repr&#228;sentation bzw. das soziale Handeln. Positiv und allgemeiner formuliert: Tr&#228;ger des Sozialen sind heterogene Assoziationen und Akteurnetzwerke.</p>
<p>Zweitens: <italic>Der Mensch tritt auf als empirisch-transzendentaler Doppelg&#228;nger.</italic> Er erscheint nicht nur als Gegenstand der neuen Humanwissenschaften, sondern wird gleichzeitig immer auch als erkennendes oder der Erkenntnis f&#228;higes Subjekt verstanden, d.h. als transzendentales Erkenntnissubjekt, &#252;ber das man im empirischen Forschungsgegenstand Aufschlu&#223; zu gewinnen sucht. Das impliziert eine merkw&#252;rdige epistemologische Position, von Foucault tentativ als &#34;meta-epistemologisch&#34; bezeichnet<xref ref-type="fn" rid="n24">24</xref> und in der &#34;empirisch-transzendentalen Dublette&#34; auf den allgemeinen Begriff gebracht, wonach der Mensch &#34;ein solches Wesen ist, in dem man Kenntnis von dem nimmt, was jede Erkenntnis m&#246;glich macht.&#34;<xref ref-type="fn" rid="n25">25</xref> Als empirisch aufschlussreiche Forschungsgegenst&#228;nde in diesem Sinne dienen einmal die anatomisch-physiologischen, dann wieder die historischen oder sozialen Bedingungen der Erkenntnis. Auf diese beiden empirischen St&#252;tzpunkte wird auch heutzutage im Sozialkonstruktivismus gerne wieder zur&#252;ckgegriffen: neurophysiologische (Gehirn) und soziale Bedingungen der Erkenntnis geben den unhinterfragten Rahmen der ansonsten kontingenten sozialen Konstruktionen ab.</p>
<p>Die konfliktreiche Polarit&#228;t zwischen empirischem und transzendentalem Subjekt findet sich in der Soziologie wieder in der nicht enden wollenden Methodendiskussion,<xref ref-type="fn" rid="n26">26</xref> wonach das transzendentale Erkenntnissubjekt im forschenden Individuum bzw. in der Forschungsgemeinschaft verk&#246;rpert ist (aber damit seinerseits, da diese in der Gesellschaft operieren, eben nicht mehr rein transzendental sein kann, es l&#228;&#223;t sich allenfalls noch als Extrapolation bzw. in Gesten und Aussagen implizierte Instanz denken) und das empirische im Bewusstsein der gew&#246;hnlichen Gesellschaftsmitglieder. Einer der Auswege aus diesem Dilemma ist der Dualismus zwischen Erkl&#228;ren und Verstehen.<xref ref-type="fn" rid="n27">27</xref> Das Bewusstsein der gew&#246;hnlichen Gesellschaftsmitglieder kann aber auch in einem gesellschaftlichen &#220;berbewusstsein geb&#252;ndelt werden (<italic>conscience collective</italic> bei Durkheim), dann r&#252;ckt es, unter Umst&#228;nden noch als gesellschaftliches Gesamtsubjekt &#252;berh&#246;ht, in die transzendentale Position ein, von der aus nun den einzelnen Gesellschaftsmitgliedern durch Zwang oder Determination ihr Handeln und Bewusstsein vorgegeben oder vorstrukturiert wird.</p>
<p>Eine weitere Manifestation der konflikthaften Polarit&#228;t zwischen empirischem und transzendentalem Subjekt l&#228;sst sich in der Debatte um den Dualismus zwischen dem Handeln der einzelnen Menschen und der Gesellschaftsstruktur wiedererkennen: die Gesellschaft(sstruktur) geht zwar aus menschlichem Handeln hervor, aber gibt dieses auch vor bzw. determiniert es (Polarit&#228;t von agency und structure). Die epistemologische Doppelg&#228;nger-Existenz des Menschen bzw. die zwei Pole einer extrem instabilen Situation versucht Latour in seiner Soziologie aufzul&#246;sen, und zwar erstens durch die ethno-methodologische Perspektive (die einhergeht mit einer etwas ruppigen Ignoranz gegen&#252;ber den epistemologischen Ambiguit&#228;ten und Dualismen), und zweitens durch die Akteurnetzwerke, in denen eine Alternative zur grundlegenden Polarit&#228;t zwischen dem einzelnen Menschen (dessen Handeln, Bewusstsein) und der gesellschaftlichen Struktur geliefert wird, da sie den Gegensatz Handeln vs. Struktur unterlaufen.</p>
<p>Drittens: <italic>Die Zentrierung auf den Menschen f&#252;hrt zu einer Marginalisierung der Dinge und Vermittlungen.</italic> Der Mensch als Lebewesen, als arbeitendes Wesen und als sprechendes Subjekt ist eine Ursprungsvermutung, Ursprungsunterstellung, die einerseits auf einer gewissen Ebene wahr ist. Diese Vermutung markiert eine &#34;Falte&#34;, wie es bei Foucault hei&#223;t, &#34;in der der Mensch in aller Naivit&#228;t eine seit Jahrtausenden bearbeitete Welt bearbeitet&#34;, in der er &#34;ein Leben lebt, das bis in die ersten organischen Formationen zur&#252;ckgeht; in der er W&#246;rter in noch nie gesprochenen S&#228;tzen [&#8230;] zusammensetzt&#34;.<xref ref-type="fn" rid="n28">28</xref> Andererseits jedoch ist &#34;diese d&#252;nne Oberfl&#228;che des Urspr&#252;nglichen, die unsere ganze Existenz bemi&#223;t und ihr nie fehlt&#34; von einem bis zum anderen Ende &#34;bev&#246;lkert mit jenen komplexen Vermittlungen, die in ihrer eigenen Geschichte die Arbeit, das Leben und die Sprache gebildet und niedergelegt haben&#34;,<xref ref-type="fn" rid="n29">29</xref> also unter anderem technische Gegenst&#228;nde, Maschinen, Essgewohnheiten, Sinnesleistungen, S&#228;tze, Spr&#252;che, Texte, Archive und Lieder. Nur scheinbar steht der Mensch im Zentrum, in der Mitte, nur wenn man an einer bestimmten Stelle das Geschehen interpunktiert. In Wirklichkeit sind dort meist jene komplexen dinglichen, physiologischen und sprachlichen Vermittlungen zu finden, die er in seinem Tun und Treiben wiederbelebt.</p>
<p>Differenzierter formuliert: Meist werden sich wechselnde Konstellationen finden oder vorstellen lassen, doch sollte man nicht prinzipiell nur vom Menschen aus die Dinge befragen bzw. von den Dingen her den Menschen aufsuchen als ihren Sinngeber, sondern zumindest bisweilen auch in der Sprache (dem Leben, der &#214;konomie) oder den Dingen den Sinn oder die Bedeutung suchen, die vom Menschen dann erfahrbar sind. Bei Foucault werden Mittel und Vermittlungen des Menschen zwar haupts&#228;chlich historisch charakterisiert,<xref ref-type="fn" rid="n30">30</xref> doch nicht umsonst spricht er (nicht nur in seinem Buchtitel) von den &#34;Dingen&#34;.<xref ref-type="fn" rid="n31">31</xref> Und Latour seinerseits thematisiert die dinglichen, medialen und schriftlichen Vermittlungen wieder und wieder, die in ihrer empirischen Trivialit&#228;t und Positivit&#228;t rasch in den Blick kommen, wenn man nicht mehr im Sozialen immer nur den menschlichen (Ur)Grund sucht. Fast spiegelbildlich dazu und Foucaults Diagnose best&#228;tigend, werden in den Latour-kritischen Polemiken der klassischen Soziologie wieder und wieder die Urspr&#252;nglichkeit menschlicher Intentionen und Inkraftsetzungen (<italic>enactments</italic>) geltend gemacht, ohne welche die vermittelnden Dinge gewisserma&#223;en in sich zusammenfallen w&#252;rden<xref ref-type="fn" rid="n32">32</xref> &#8211; es ist dies das gro&#223;e anthropozentrische Aber, mit dem wir immer wieder in die Ursprungsschleife zur&#252;ckverwiesen werden.</p>
<p>Viertens: <italic>Schlie&#223;lich folgt aus der anthropologischen Grundstruktur der neuen Humanwissenschaften ein Reduktionismus</italic>, bekannt unter den Formen Soziologismus und Psychologismus, die Foucault beide als &#34;Anthropologismus&#34; bezeichnet.<xref ref-type="fn" rid="n33">33</xref> Dieser Reduktionismus f&#252;hrt Denken und Kulturleistungen, etwa Wissenschaft, Kunst, Religion oder Technik, zur&#252;ck auf ihren Ursprung in einem psychologisch oder gesellschaftlich konstituierten menschlichen Subjekt. Oder aber reduziert sie auf ihre psychologischen bzw. sozialen Bedingungen, was soviel hei&#223;t wie: es werden die Forschungsergebnisse der jeweiligen Humanwissenschaft Psychologie oder Soziologie zur alleinigen Erkl&#228;rung herangezogen. Foucault sieht dagegen im Denken von etwas Neuem mehr als nur &#34;ein soziologisches Ph&#228;nomen&#34;, es gibt ein soziologisch nicht einholbares &#34;Werden des Wissens&#34;, eine &#34;Geschichte des Denkens&#34;.<xref ref-type="fn" rid="n34">34</xref> Sch&#228;rfer formuliert er es, wenn er eine soziologische Erkl&#228;rung f&#252;r das Denken mit den Worten zur&#252;ckweist:</p>
<disp-quote>
<p>Aber wenn die Zugeh&#246;rigkeit zu einer sozialen Gruppe auch erkl&#228;ren kann, da&#223; diese oder jene ein Denksystem eher als das andere gew&#228;hlt hat, besteht die Bedingung daf&#252;r, da&#223; dieses System gedacht worden ist, niemals in der Existenz dieser Gruppe.<xref ref-type="fn" rid="n35">35</xref></p>
</disp-quote>
<p>Noch polemischer ist von der &#34;Dummheit&#34; die Rede, &#34;zu glauben, da&#223; alles Denken die Ideologie einer Klasse &#39;ausdr&#252;ckt&#39;&#34;.<xref ref-type="fn" rid="n36">36</xref> Auch sp&#228;ter (1981) pl&#228;diert er in einem Interview, das dem &#34;Denken&#34; gewidmet ist, noch einmal ausdr&#252;cklich daf&#252;r, sich &#34;von der Sakralisierung des Sozialen als einziger Realit&#228;tsinstanz&#34; zu l&#246;sen.<xref ref-type="fn" rid="n37">37</xref> Die Formulierung von einem sakralisierten Sozialen k&#246;nnte fast von Latour stammen.<xref ref-type="fn" rid="n38">38</xref> Zu jeglichem Reduktionismus und damit auch zum soziologistischen hat dieser ein explizites Gegenprogramm formuliert, das sich als <italic>Irreduktionismus</italic> bezeichnen lie&#223;e. Das f&#228;ngt bei den &#34;Irr&#233;ductions&#34; an, dem zweiten, philosophischen Teil seines Pasteur-Buchs,<xref ref-type="fn" rid="n39">39</xref> und geht bis zu den <italic>Existenzweisen</italic>, wo es in Richtung Soziologismus hei&#223;t: &#34;Die Gesellschaft ist [&#8230;] stets das, was man erkl&#228;ren mu&#223;, und nicht das, was erkl&#228;rt&#34;.<xref ref-type="fn" rid="n40">40</xref> Wird Gesellschaft als das, was erkl&#228;rt, verstanden, so gelangt man zu jenen sozialen Erkl&#228;rungen, die etwas geleistet zu haben glauben, wenn sie beispielsweise hinter dem Denken oder der Wissenschaft gesellschaftliche Ursachen entlarven. Meist f&#252;hren sie das Betreffende auch darauf zur&#252;ck, reduzieren es darauf (das Soziale als &#34;einzige Realit&#228;tsinstanz&#34;, wie Foucault es in dem gerade wiedergegebenen Zitat formulierte).<xref ref-type="fn" rid="n41">41</xref></p>
</sec>
<sec>
<title>4. Die nicht-anthropozentrische Soziologie der ANT</title>
<p>In den <italic>Existenzweisen</italic> verbindet Latour verschiedene Institutionen bzw. Situationen in der modernen Gesellschaft durch einen Erz&#228;hlstrang, in dem eine &#34;Ethnologin&#34; oder &#34;Anthropologin&#34; (Latour verwendet beide Bezeichnungen) nacheinander verschiedene St&#228;tten aufsucht, wo die Werte der Modernen<xref ref-type="fn" rid="n42">42</xref> produziert werden, wie etwa ein wissenschaftliches Labor, ein religi&#246;ses Ritual oder ein technisches Projekt. Dabei versucht sie herauszufinden, was das Spezifische von Wissenschaft, Technik, Religion oder Kunst ausmacht, die als unterschiedliche &#34;Existenzmodi&#34; bestimmt werden. Die imagin&#228;re Forschungsreise der Ethnologin rekapituliert verschiedene empirische Untersuchungen, die Latour selbst durchgef&#252;hrt hat.<xref ref-type="fn" rid="n43">43</xref> Dieses Narrativ erm&#246;glicht eine im engeren Sinne soziologische oder sozialtheoretische Lesart des Buchs.<xref ref-type="fn" rid="n44">44</xref></p>
<p>So gelesen, pr&#228;zisieren die <italic>Existenzweisen</italic> die Akteur-Netzwerk-Theorie. Von der allgemeinen und pauschalen Aussage, dass die Gesellschaft aus Akteurnetzwerken besteht, bewegt sich Latour hin zu einer differenzierteren Beschreibung, wonach die (moderne) Gesellschaft aus spezifischen Akteurnetzwerken besteht, n&#228;mlich technischen, wissenschaftlichen, religi&#246;sen, fiktionalen&#8230;, deren jeweilige Eigenheiten in dem Buch genauer dargelegt werden.<xref ref-type="fn" rid="n45">45</xref> Damit wird bereits eine bestimmte Definition des Sozialen geliefert, die man je nachdem als eine differenzierungstheoretische Sozialtheorie oder als gro&#223;e Erz&#228;hlung des Sozialen lesen kann. Auch wenn Latour &#8211; &#228;hnlich wie Foucault<xref ref-type="fn" rid="n46">46</xref> &#8211; eine totalisierende Gesellschaftstheorie ablehnt, erkennt er entsprechenden Versuchen einen relativen Wert zu, die er als &#34;Panoramen&#34; bzw. &#34;gro&#223;e Erz&#228;hlungen&#34; des Sozialen charakterisiert.<xref ref-type="fn" rid="n47">47</xref></p>
<p>Interessanter aber noch ist die Bestimmung des Sozialen als Assoziation mehrerer Existenzmodi. &#34;F&#252;r die Akteur-Netzwerk-Theorie definiert das &#39;Soziale&#39; nicht ein Material, das von anderen Materialien verschieden w&#228;re, sondern ein <italic>Weben</italic> von F&#228;den, deren Urspr&#252;nge zwangsl&#228;ufig verschiedenartig sind&#34;; das Soziale besteht folglich &#34;aus der Verkettung aller Modi.&#34;<xref ref-type="fn" rid="n48">48</xref> &#34;Das Soziale, das sind sie alle.&#34;<xref ref-type="fn" rid="n49">49</xref> Wie die Verkettung oder B&#252;ndelung aller (oder mehrerer) Modi vonstatten geht und genauer zu denken w&#228;re, ist nicht mehr Thema des Buchs, das haupts&#228;chlich ihre Spezifik und Inventarisierung thematisiert. Es gibt f&#252;r Latour also keinen spezifischen Existenzmodus des Sozialen, demnach auch keine Sozialontologie im engeren Sinne. Das hat mittelbar auch mit der dezentrierten Stellung menschlicher Akteure in seiner Soziologie zu tun. Denn die verschiedenen Versuche, ein Soziales sui generis zu begr&#252;nden, laufen in der Regel darauf hinaus, das Eigene menschlichen Handelns im Unterschied zu animalischem Verhalten qua Bewusstsein, Intentionalit&#228;t oder Reflexivit&#228;t zu bestimmen.<xref ref-type="fn" rid="n50">50</xref> Die Anthropologie dient als Grundlage der Sozialit&#228;t, das hei&#223;t vor allem: biologische, psychologische und manchmal sogar soziale F&#228;higkeiten des menschlichen Individuums.</p>
<p>Es ist nun expliziter und zusammenfassend die Frage zu beantworten, ob eine nicht-anthropozentische Soziologie in der Akteur-Netzwerk-Theorie Latours verwirklicht ist. Latour bezieht, wie im einzelnen schon dargelegt, in allen vier Punkten eine Gegenposition zur anthropozentrischen Soziologie:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item>
<p>Nicht das Bewusstsein ist Tr&#228;ger des Sozialen, das Soziale ist per definitionem heterogen. In den <italic>Existenzweisen</italic> bilden Quasi-Subjekte, Quasi-Objekte und ihre Relationen &#34;das Soziale&#34;, aber nicht &#34;die&#34; Gesellschaft. Denn:</p>
</list-item>
<list-item>
<p>Das Gro&#223;subjekt Gesellschaft oder das gesellschaftliche Gesamtsytem, das (nach der soziologistischen Umdeutung) die Stelle des transzendentalen Subjekts einnimmt, wird von Latour vehement kritisiert. In methodologischer Hinsicht dient die Ethnologie als Vorbild.</p>
</list-item>
<list-item>
<p>Die dinglichen, medialen und schriftlichen Vermittlungen werden in ihrer Relevanz herausgearbeitet.</p>
</list-item>
<list-item>
<p>Soziologismus und die Gesellschaft als Metaerkl&#228;rung werden zur&#252;ckgewiesen.</p>
</list-item>
</list>
<p>In den <italic>Existenzweisen</italic> werden technische Objekte, fiktionale Entit&#228;ten, wissenschaftliche Referenten als Quasi-Objekte und m&#246;gliche Gegenst&#228;nde der Soziologie bestimmt. Das hei&#223;t, sie werden nicht nur als Kategorien oder Wertsph&#228;ren auf der Subjekt- und Menschenseite verbucht. Betont wird neben der Pluralit&#228;t die Heterogenit&#228;t und Objekthaftigkeit oder Objekthaltigkeit vieler Bestandteile des Sozialen. Aber auch die von diesen Objekten teilweise hervorgerufenen und erm&#246;glichten Quasi-Subjekte geh&#246;ren dazu, deren politischer, juristischer und religi&#246;ser Existenzmodus genauer beschrieben werden, nicht zu vergessen die Verbindungen zwischen Quasi-Subjekten und -Objekten bzw. Menschen und Nicht-Menschen.<xref ref-type="fn" rid="n51">51</xref></p>
<p>Gegen diesen Versuch, Latours nicht-moderne Soziologie im Kontrast zur anthropologischen Grundstruktur der modernen Soziologie, wie sie als Humanwissenschaft im 19. Jahrhundert in Erscheinung tritt, zu positionieren, k&#246;nnte man einwenden, dass damit m&#246;glicherweise nicht die Ebene erreicht wird, auf der Foucaults &#220;berlegungen angesiedelt sind. Indem man ein Gegenprogramm entwirft oder explizite Gegenthesen aufstellt, l&#228;&#223;t sich einer historischen Tendenz oder einer historisch gegebenen Struktur der soziologischen Wissenschaft nicht so leicht entkommen.</p>
<p>Vielleicht m&#252;sste man dazu die Orientierung an der Ethnologie betonen, gerade weil sie auch f&#252;r Foucault als Fluchtlinie aus der modernen Wissensordnung des 19. Jahrhunderts hinausweist; &#228;hnlich die Orientierung an der Semiotik (s.u. Abschnitt 5). Man k&#246;nnte aber auch innerhalb der Soziologie andere Tendenzen oder Ans&#228;tze hervorheben, die in &#228;hnlicher Weise von der Bewusstseinszentriertheit abr&#252;cken oder Dinge bzw. Objekte einbeziehen, wie etwa die Soziologie Gabriel Tardes. Im Unterschied zu Durkheim ist Tarde nicht an einem cartesianischen Bewusstsein orientiert und bezieht die Dinge als Formen der Vergesellschaftung und Assoziation ein.<xref ref-type="fn" rid="n52">52</xref> Hier l&#228;sst sich au&#223;erdem die Systemtheorie Luhmanns anf&#252;hren, dessen nicht auf den Menschen zentrierte Sichtweise des Sozialen sogar eine eigene Formel gefunden hat, wonach die Menschen zur Umwelt sozialer Systeme geh&#246;ren und nicht Forschungsgegenstand der Soziologie sind.<xref ref-type="fn" rid="n53">53</xref> Auch die Soziologie der Rechtfertigungsordnungen, wie sie Boltanski und Th&#233;venot entwickelt haben, sollte hier erw&#228;hnt werden; nicht nur wegen ihrer Objektorientiertheit, sondern auch weil &#34;die subtile Pr&#228;zision ihrer Analysen&#34; an Foucault erinnert.<xref ref-type="fn" rid="n54">54</xref></p>
<p>Weiterhin w&#228;re das Verh&#228;ltnis zwischen Soziologie und &#34;philosophischer Anthropologie&#34; zu ber&#252;cksichtigen, sofern man unter letzterer das Theorieprogramm versteht, das von Scheler, Plessner und Gehlen im 20. Jahrhundert entwickelt worden ist.<xref ref-type="fn" rid="n55">55</xref> W&#228;hrend die Soziologie des 19. Jahrhunderts untergr&#252;ndig nach dem Menschen gefragt hat, wenn sie die Gesellschaft untersuchte, macht die philosophische Anthropologie umgekehrt aus dieser Frage ihren expliziten Gegenstand. Hier w&#228;re die anthropologische Grundstuktur der Humanwissenschaften gewisserma&#223;en an die Oberfl&#228;che gesp&#252;lt worden, fast k&#246;nnte man sagen, zu sich selbst gekommen (nicht zuf&#228;llig sind alle drei Autoren Soziologen). Wie immer man sonst zu diesem Theorieprogramm stehen mag, es h&#228;tte die Sozialwissenschaften davon befreit, das Wesen des Menschen als ihren untergr&#252;ndigen und eigentlichen Erkenntnisgegenstand zu nehmen, und dieser Fragestellung eine brauchbare oder zumindest diskussionsw&#252;rdige Fassung gegeben. Aber anthropologische &#220;berlegungen sollten dann nicht als Fundament der Soziologie dienen, sondern als Komplement oder Korrektiv.<xref ref-type="fn" rid="n56">56</xref></p>
<p>Damit sind drei Linien angedeutet, auf denen die &#220;berlegungen zu einer nicht-anthropozentrischen Soziologie weitergef&#252;hrt und vertieft werden k&#246;nnten: das Verh&#228;ltnis zur philosophischen Anthropologie, die Einbeziehung anderer soziologischer Theorien und die ethnologische bzw. ethno-methodologische Perspektive.</p>
</sec>
<sec>
<title>5. Differenzen und gemeinsame Fluchtlinien</title>
<p>Abschlie&#223;end soll kurz die Frage beantwortet werden, was Latour und Foucault unter &#34;Moderne&#34; verstehen; nebenbei werde ich einige weitere Differenzen und Gemeinsamkeiten skizzieren. Ihre N&#228;he zeigt sich vor allem darin, da&#223; beide das Bewusstsein nicht als Grundlage des Sozialen nehmen. Aber vielleicht l&#228;&#223;t sich auch in dem impliziten (hohen) Status der Semiotik bzw. der Linguistik eine Gemeinsamkeit erkennen. F&#252;r Latour soll n&#228;mlich die Semiotik als &#34;Infrasprache&#34; an die Stelle der soziologischen Metasprache treten.<xref ref-type="fn" rid="n57">57</xref> Foucault zeichnet am Ende der <italic>Ordnung der Dinge</italic> einige Fluchtlinien, auf denen sich der anthropologischen Struktur der Humanwissenschaften entkommen lie&#223;e.<xref ref-type="fn" rid="n58">58</xref> Dabei setzt er seine Hoffnungen auf die Disziplinen der Psychoanalyse, der Linguistik und der Ethnologie.</p>
<p>Die Psychoanalyse, weil sie, zumindest in ihrer Lacan&#39;schen Variante, das Unbewusste der Sprache ins Zentrum r&#252;ckt und den Menschen samt seinem Ich in die Peripherie; die Linguistik, weil sie die Sprache als eigenes System und nicht allein auf den Menschen zentriert untersucht. Und schlie&#223;lich die Ethnologie, weil sie mit einem (relativ) souver&#228;nen Blick die Gesellschaften bzw. Kollektive erforscht und beschreibt, ohne sich in der empirisch-transzendentalen Doppeldeutigkeit des menschlichen Subjekts zu verfangen. &#34;Sie hebt den langen &#39;chronologischen&#39; Diskurs auf, durch den wir versuchen, unsere eigene Kultur innerhalb ihrer selbst zu reflektieren&#34;; stattdessen richtet sie ihr Interesse darauf, &#34;synchronische Korrelationen in anderen Kulturformen hervorzuheben.&#34;<xref ref-type="fn" rid="n59">59</xref> Wie bereits gesagt, teilt Latour diese Orientierung an der Ethnologie. Beide arbeiten, k&#246;nnte man sagen, an einer &#34;inneren Ethnologie&#34; der Kultur der Modernen.<xref ref-type="fn" rid="n60">60</xref></p>
<p>In der <italic>Ordnung der Dinge</italic> und in den <italic>Existenzweisen</italic> ist viel von den Modernen oder der Moderne die Rede. Aber verstehen beide Autoren darunter dasselbe? F&#252;r Latour ist &#34;Moderne&#34; vornehmlich die Neuzeit, die &#34;gro&#223;e Trennung&#34; zwischen Natur und Kultur, zwischen uns (Modernen) und den anderen (Vormodernen),<xref ref-type="fn" rid="n61">61</xref> oder auch die Spaltung zwischen prim&#228;ren und sekund&#228;ren Eigenschaften, zwischen Kausalit&#228;t und Intentionalit&#228;t<xref ref-type="fn" rid="n62">62</xref> &#8211; Galilei, Descartes &#8211;, sie beginnt also um 1650. Foucault dagegen l&#228;&#223;t die Moderne um 1800 anfangen und definiert sie parallel zur Heraufkunft der modernen Gesellschaft und der modernen Wissenschaften &#214;konomie, Biologie und Sprachwissenschaft, also im Kontrast zum klassischen Zeitalter (das in Latours Kalender bereits zur Moderne im Sinne der Neuzeit geh&#246;rt). F&#252;r Latour ergibt sich aus seiner Definition der Moderne unter anderem die Kritik am absoluten Vorrang der wissenschaftlichen Erkenntnis, wonach der Existenzmodus der wissenschaftlichen Referenz als Metasprache aller anderen Existenzweisen zu gelten h&#228;tte. Foucault wiederum kritisiert eine bestimmte Kleingeistigkeit und anthropologische Schl&#228;frigkeit in den im 19. Jahrhundert entstandenen Humanwissenschaften.<xref ref-type="fn" rid="n63">63</xref> Diese sind nicht bereit, die Befreiungsbewegung der modernen literarischen Avantgarde (Mallarm&#233; und andere) nachzuvollziehen, noch lassen sie sich auf die philosophischen und methodologischen Umw&#228;lzungen ein, wie sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Nietzsche bzw. im 20. Jahrhundert in Ethnologie, Psychoanalyse und Linguistik bzw. Semiologie initiiert worden sind.<xref ref-type="fn" rid="n64">64</xref> Dar&#252;ber hinaus versteht Foucault die Moderne in der Tradition (und Kritik) der Aufkl&#228;rung.<xref ref-type="fn" rid="n65">65</xref></p>
<p>Die Implikationen von Foucaults Ausblick in der <italic>Ordnung der Dinge</italic> sind alles andere als klar. Nicht selten hat man darin eine Eigenart seiner vom Strukturalismus gepr&#228;gten Arch&#228;ologie erkennen wollen, die dann in seinen genealogischen Arbeiten &#252;berwunden worden w&#228;re.<xref ref-type="fn" rid="n66">66</xref> Interessant sind diese Fluchtlinien &#252;ber die modernen Humanwissenschaften hinaus aber zumindest insofern, als Bruno Latour sich ebenfalls damit besch&#228;ftigt hat, was nach der Moderne kommt oder, weniger dramatisch formuliert, ob einige Paragraphen &#34;der modernen Verfassung&#34; sich neu redigieren lie&#223;en.<xref ref-type="fn" rid="n67">67</xref> So wie Foucault ins Soziologische, greift er mit seinen &#220;berlegungen &#252;ber ins Historische. Ohnehin ist die genaue disziplin&#228;re Verortung beider Autoren nicht ganz einfach. Latour geht von der Soziologie aus, steht also innerhalb der Tradition der von Foucault so genannten Humanwissenschaften, andererseits bricht oder ver&#228;ndert er diese Tradition, weil er eben nicht mehr anthropozentrisch vorgeht. Er argumentiert ebenso philosophisch wie soziologisch. Foucault argumentiert historisch, aber in der <italic>Ordnung der Dinge</italic> wird viel eher philosophisch als historisch im engeren Sinne nachgedacht. Beide Autoren haben, k&#246;nnte man sagen, erstaunliche Wirkungen in der Soziologie entfaltet, obwohl (oder gerade weil) sie disziplin&#228;re &#34;Grenzg&#228;nger&#34; sind.<xref ref-type="fn" rid="n68">68</xref></p>
<p>Beide tragen bei zur Entwicklung einer nicht-anthropozentrischen neuen Soziologie,<xref ref-type="fn" rid="n69">69</xref> wobei sie jeweils aus einem ganz unterschiedlichen Winkel neues Licht auf soziologische Fragen werfen. Bei Latour besteht dieser in Akteurhaftigkeit und sozialer Relevanz nicht-menschlicher Entit&#228;ten, die ein anderes Handlungs-/Aktivit&#228;tskonzept mit sich bringen und die Heterogenit&#228;t des Sozialen bekunden. Bei Foucault sind es die Aktualit&#228;t, Akt-haftigkeit der gegenw&#228;rtigen historischen Situation,<xref ref-type="fn" rid="n70">70</xref> deren Bruchlinien und Heterogenit&#228;t, in strategischen Begriffen gedacht, nicht nur vergangene Situationen und Epochen verst&#228;ndlich (und interessant) machen, sondern auch Ansatzpunkte f&#252;r ver&#228;nderndes Handeln in der Gegenwart (bzw. &#34;Aktualit&#228;t&#34;) zeigen.<xref ref-type="fn" rid="n71">71</xref> So gibt es letztlich mehr Gemeinsamkeiten, als man vielleicht erwartet h&#228;tte. Sie zeigen, dass der Versuch, Latours Soziologie als Antwort auf die (oder Ausweg aus den) strukturellen Eigenarten der anthropologischen Soziologie des 19. Jahrhunderts zu verstehen, auch als Schl&#252;ssel dienen kann, um eine Verbindung von Foucault zu Latour verst&#228;ndlich zu machen.</p>
</sec>
</body>
<back>
<fn-group>
<fn id="n1"><p>Siehe etwa Hartmut Rosa, David Strecker und Andrea Kottmann, <italic>Soziologische Theorien</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B44">Konstanz: UVK, 2007</xref>); Dirk Kaesler, Hg., <italic>Aktuelle Theorien der Soziologie: von Shmuel N. Eisenstadt bis zur Postmoderne</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B20">M&#252;nchen: Beck, 2005</xref>).</p></fn>
<fn id="n2"><p>Michel Foucault, <italic>Die Ordnung der Dinge. Eine Arch&#228;ologie der Humanwissenschaften</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B12">Frankfurt a. M. 2015 [23. Aufl.]</xref>).</p></fn>
<fn id="n3"><p>Programmatisch dargestellt in Bruno Latour, <italic>Eine neue Soziologie f&#252;r eine neue Gesellschaft. Einf&#252;hrung in die Akteur-Netzwerk-Theorie</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B28">Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2007</xref>), aber auch behandelt in <italic>Existenzweisen. Eine Anthropologie der Modernen</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B30">Berlin: Suhrkamp, 2014</xref>). Dass meine &#220;berlegungen ihren Ausgang nehmen von Foucaults <italic>Ordnung der Dinge</italic> und Latours <italic>Existenzweisen</italic>, liegt daran, dass diese beiden Werke im Mittelpunkt des Workshops &#34;Foucault trifft Latour&#34; standen, der im Herbst 2017 im <italic>Institut f&#252;r Wissenschaft und Kunst</italic> in Wien stattfand, wo ich eine erste Fassung meiner Gedanken vortrug. Ich danke <italic>Le foucaldien</italic> f&#252;r die Einladung, den Moderatoren Simon Ganahl und Patrick Kilian sowie den anderen Vortragenden und dem Publikum f&#252;r die lebendige Diskussion. F&#252;r die &#220;berarbeitung dieses Texts konnte ich dankbar Nutzen aus zwei anonymen Gutachten ziehen.</p></fn>
<fn id="n4"><p>Zum Beispiel in Martin Saar, <italic>Genealogie als Kritik. Geschichte und Theorie des Subjekts nach Nietzsche und Foucault</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B46">Frankfurt a. M.: Campus, 2007</xref>), 172&#8211;186, Hubert L. Dreyfus und Paul Rabinow, <italic>Michel Foucault. Jenseits von Strukturalismus und Hermeneutik</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B8">Frankfurt a. M.: Athen&#228;um, 1987</xref>), 51ff.</p></fn>
<fn id="n5"><p>Johannes Angerm&#252;ller, &#34;Michel Foucault &#8211; auf dem Weg zum soziologischen Klassiker?,&#34; <italic>Soziologische Revue</italic> 27 (<xref ref-type="bibr" rid="B1">2004</xref>); Marcelo Otero, &#34;La sociologie de Michel Foucault. Une critique de la raison impure,&#34; <italic>Sociologie et soci&#233;t&#233;s</italic> 38, no. 2 (<xref ref-type="bibr" rid="B42">2006</xref>); Bernard Lahire, &#34;L&#39;esprit sociologique de Michel Foucault,&#34; in <italic>L&#39;esprit sociologique</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B25">Paris: &#201;d. la D&#233;couverte, 2007</xref>); Reiner Keller, <italic>Michel Foucault</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B22">Konstanz: UVK, 2008</xref>); Sabine Maasen, <italic>Wissenssoziologie</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B39">Bielefeld: transcript, 2009</xref>), 39&#8211;46. Vorbehalte &#228;u&#223;ert Hubert Knoblauch, &#34;Der Krieg, der Diskurs und die Paranoia der Macht. Michel Foucaults Verteidigung der Gesellschaft,&#34; <italic>Soziologische Revue</italic> 23 (<xref ref-type="bibr" rid="B24">2000</xref>). Auch vonseiten der Frankfurter Schule war man lange Zeit skeptisch hinsichtlich einer Soziologie Foucaults, siehe dazu genauer Robert Seyfert, &#34;Foucault-Rezeption in der deutschsprachigen Soziologie&#34;, in <italic>Handbuch Geschichte der deutschsprachigen Soziologie</italic>, Hg. Stephan Moebius und Andrea Ploder (<xref ref-type="bibr" rid="B49">Wiesbaden: Springer, 2018</xref>). Als weiteren &#220;berblick zur soziologischen Rezeption Foucaults, siehe Hannelore Bublitz, &#34;Soziologie&#34;, in <italic>Foucault-Handbuch. Leben &#8211; Werk &#8211; Wirkung</italic>, Hg. Clemens Kammler, Rolf Parr und Ulrich Johannes Schneider (<xref ref-type="bibr" rid="B5">Stuttgart: Metzler, 2014</xref>).</p></fn>
<fn id="n6"><p>Die fehlende Auseinandersetzung der Soziologie mit der anthropologischen Grundstruktur der eigenen Disziplin konstatiert auch Petra Gehring, &#34;Wird er sich aufl&#246;sen? Foucaults Anthropologiekritik &#8211; ein Retraktandum&#34;, in <italic>Fines Hominis? Zur Geschichte der Philosophischen Anthropologiekritik</italic>, Hg. Marc R&#246;lli (<xref ref-type="bibr" rid="B18">Bielefeld: transcript, 2015</xref>), 195, Anm.</p></fn>
<fn id="n7"><p>Die Frage, ob nicht Foucaults eigene Soziologie &#8211; wenn man denn von einer solchen sprechen kann &#8211; ebenfalls als eine nicht-anthropologische bezeichnet werden kann, klammere ich zun&#228;chst aus.</p></fn>
<fn id="n8"><p>Foucault, <italic>Die Ordnung der Dinge</italic>, 414.</p></fn>
<fn id="n9"><p>Friedrich Kittler, &#34;Einleitung&#34;, in <italic>Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften. Programme des Poststrukturalismus</italic>, Hg. Friedrich Kittler (<xref ref-type="bibr" rid="B23">Paderborn [u.a.]: Sch&#246;ningh, 1980</xref>). Das soziologische Denken setzt mit Comte und Marx wesentlich fr&#252;her ein, die beide von Foucault des &#214;fteren zitiert werden. Die Klassiker der akademischen Soziologie &#8211; Durkheim, Simmel und Weber &#8211; lassen sich allerdings um 1900 situieren.</p></fn>
<fn id="n10"><p>Meiner Meinung nach verunklart ein weiter Begriff von &#34;Anthropologie&#34; das Problem, um das es Foucault geht. Ein solcher umfa&#223;t neben der biologischen auch die philosophische Anthropologie, die ja &#8211; wenn wir darunter die Denkschule aus dem 20. Jahrhundert verstehen &#8211; nicht als Grundlage der Soziologie gelten kann, sondern eher aus der anthropologischen Struktur der Humanwissenschaften hervorgeht und meines Erachtens gesondert zu betrachten w&#228;re (genauer s.u. unter &#34;4. Die nicht-anthropozentrische Soziologie der ANT&#34;), wie auch die &#34;anthropologie&#34; und &#34;anthropology&#34;, die im Franz&#246;sischen und Englischen ebenfalls die Ethnologie umfassen. Auch um diese beiden Bedeutungsnuancen des Begriffs auszuschlie&#223;en, spreche ich im Folgenden lieber von &#34;anthropozentrisch&#34; oder &#34;Anthropologik&#34;, wo Foucault &#34;anthropologisch&#34; bzw. &#34;Anthropologie&#34; sagt.</p></fn>
<fn id="n11"><p>Foucault setzt das Zitat folgenderma&#223;en fort: &#34;&#8230;eine Untersuchung des Menschen im Rahmen von Regeln und Konflikten (aber diese kann man interpretieren, und man interpretiert sie unaufh&#246;rlich auf sekund&#228;re Weise, entweder von den Funktionen her, als seien sie organisch miteinander verbunden, oder von den Bedeutungssystemen her, als seien sie geschriebene und gesprochene Texte)&#34;, Foucault, <italic>Die Ordnung der Dinge</italic>, 429.</p></fn>
<fn id="n12"><p>Siehe etwa Harold M. Collins und Steven Yearley, &#34;Epistemological Chicken,&#34; in <italic>Science as practice and culture</italic>, Hg. Andrew Pickering (<xref ref-type="bibr" rid="B6">Chicago: University of Chicago Press, 1992</xref>); Bettina Heintz, &#34;Die soziale Welt der Wissenschaft. Entwicklungen, Ans&#228;tze und Ergebnisse der Wissenschaftsforschung,&#34; in <italic>Wissenschafts- und Technikforschung in der Schweiz</italic>, Hg. Bettina Heintz und Bernhard Nievergelt (<xref ref-type="bibr" rid="B19">Z&#252;rich: Seismo-Verlag, 1998</xref>), 86f.; Johannes Weyer, &#34;Die Kooperation menschlicher Akteure und nicht-menschlicher Agenten. Ansatzpunkte einer Soziologie hybrider Systeme,&#34; in <italic>Das T&#228;tigsein der Dinge. Beitr&#228;ge zur Handlungstr&#228;gerschaft von Technik</italic>, Hg. Wilhelm Berger und G&#252;nter Getzinger (<xref ref-type="bibr" rid="B55">M&#252;nchen u. Wien: Profil Verlag, 2009</xref>), 67ff.</p></fn>
<fn id="n13"><p>Zum Handeln und sozialen Handeln sowie zum agency-Konzept im Zusammenhang mit Dingen siehe Gustav Ro&#223;ler, <italic>Der Anteil der Dinge an der Gesellschaft. Sozialit&#228;t &#8211; Kognition &#8211; Netzwerke</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B45">Bielefeld: transcript, 2016</xref>), 84ff.; vgl. au&#223;erdem ibid., 57, 71.</p></fn>
<fn id="n14"><p>Latour, <italic>Existenzweisen</italic>, 563.</p></fn>
<fn id="n15"><p>Philipp Sarasin, <italic>Michel Foucault zur Einf&#252;hrung</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B47">Hamburg: Junius, 2005</xref>), 86.</p></fn>
<fn id="n16"><p>Foucault, <italic>Die Ordnung der Dinge</italic>, 375. Vgl. auch Petra Gehring, <italic>Foucault &#8211; Die Philosophie im Archiv</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B17">Frankfurt a. M.: Campus, 2004</xref>), 67&#8211;70.</p></fn>
<fn id="n17"><p>Foucault, <italic>Die Ordnung der Dinge</italic>, 425.</p></fn>
<fn id="n18"><p>Foucault, <italic>Die Ordnung der Dinge</italic>, 426; Hervorhebung hinzugef&#252;gt.</p></fn>
<fn id="n19"><p>Zwar oft als absichtliches oder zweckrationales Handeln verstanden, meist aber mit einer Mehrdeutigkeit verwendet, die auch das ph&#228;nomenologische Verst&#228;ndnis von Intentionalit&#228;t als &#34;Bewusstsein von&#8230;&#34; einbezieht. Siehe dazu genauer Ro&#223;ler, <italic>Der Anteil der Dinge an der Gesellschaft</italic>, 114&#8211;118.</p></fn>
<fn id="n20"><p>Diese drei W&#246;rter stehen f&#252;r die drei Modelle der Humanwissenschaften &#8211; das biologische, das &#246;konomische und das sprachwissenschaftliche &#8211; (Foucault, <italic>Die Ordnung der Dinge</italic>, 428), nun <italic>in</italic> die Soziologie gespiegelt. Siehe auch nachfolgende Anmerkung (21).</p></fn>
<fn id="n21"><p>F&#252;r Foucault nicht notwendigerweise. K&#246;nnte es nicht sein, fragt er, &#34;da&#223; das der Norm Eigene im Verh&#228;ltnis zu der von ihr bestimmten Funktion, das der Regel Eigene im Verh&#228;ltnis zu dem von ihr bestimmten Konflikt, das dem System Eigene im Verh&#228;ltnis zur Bedeutung, die es m&#246;glich macht, genau das ist, da&#223; es nicht dem Bewu&#223;tsein gegeben wird?&#34;, ibid., 433.</p></fn>
<fn id="n22"><p>Ibid.</p></fn>
<fn id="n23"><p>Foucault geht &#34;mit Nietzsche entscheidend &#252;ber Feuerbachs und Marxens Anthropologie des empfindenden und gestaltenden Menschen hinaus, der das Zentrum einer sinnvollen Welt sei&#34;, Sarasin, <italic>Michel Foucault zur Einf&#252;hrung</italic>, 92. Genauer zu Marx siehe: Roberto Nigro, &#34;Philosophie und Anthropologiekritik bei Marx&#34;, in <italic>Fines Hominis? Zur Geschichte der Philosophischen Anthropologiekritik</italic>, Hg. Marc R&#246;lli (<xref ref-type="bibr" rid="B41">Bielefeld: transcript, 2015</xref>), sowie &#201;tienne Balibar, &#34;Foucault und Marx. Der Einsatz des Nominalismus,&#34; in <italic>Spiele der Wahrheit. Michel Foucaults Denken</italic>, Hg. Fran&#231;ois Ewald und Bernhard Waldenfels (<xref ref-type="bibr" rid="B3">Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1991</xref>).</p></fn>
<fn id="n24"><p>Bzw. er z&#246;gert, dies zu tun, er h&#228;lt n&#228;mlich den Ausdruck &#34;Metasprache&#34; in diesem Zusammenhang f&#252;r nicht treffend (entscheidet sich letztlich f&#252;r &#34;hypo-epistemologisch&#34;), Foucault, <italic>Die Ordnung der Dinge</italic>, 425f.</p></fn>
<fn id="n25"><p>Ibid., 384.</p></fn>
<fn id="n26"><p>Ich buchstabiere diese Polarit&#228;t hier in ihren Konsequenzen f&#252;r die (aktuellere) Soziologie aus, wobei ich nicht genauer der weiteren Argumentation Foucaults folge, der zus&#228;tzliche Differenzierungen freilegt zwischen falschem Bewusstsein und richtiger Erkenntnis, positivistischem und prophetischem soziologischen Diskurs, ibid., 384ff.</p></fn>
<fn id="n27"><p>Vgl. den Kommentar Latours: &#34;da sich die klassische Soziologie der zahlreichen Widerspr&#252;che bewusst ist, die ihre eigene Existenz mit sich bringt, sich gleichzeitig &#252;ber dem Gedr&#228;nge und mittendrin zu befinden, zugleich innerhalb der Gesellschaft und au&#223;erhalb, vervielf&#228;ltigt sie die methodologischen Vorsichtsma&#223;nahmen, die hermeneutischen Zirkel, die R&#252;ckwirkungen, die Zeichen von Bescheidenheit. Sie ist epistemologisch und spricht, sie spricht immer noch.&#34; Bruno Latour, <italic>Aramis oder Die Liebe zur Technik</italic>, T&#252;bingen: Mohr Siebeck (<xref ref-type="bibr" rid="B26">2018</xref>), 195.</p></fn>
<fn id="n28"><p>Foucault, <italic>Die Ordnung der Dinge</italic>, 398.</p></fn>
<fn id="n29"><p>Ibid., 398f.</p></fn>
<fn id="n30"><p>"&#8230;die Vermittlungen einer ihn [den Menschen] fast unendlich beherrschenden Zeit&#34;, ibid., 399.</p></fn>
<fn id="n31"><p>Ibid., z.B. 399ff.</p></fn>
<fn id="n32"><p>Vgl. Ro&#223;ler, <italic>Der Anteil der Dinge an der Gesellschaft</italic>, 132&#8211;134.</p></fn>
<fn id="n33"><p>Foucault, <italic>Die Ordnung der Dinge</italic>, 417, zum Psychologismus ibid., 279, 315.</p></fn>
<fn id="n34"><p>Ibid., 127.</p></fn>
<fn id="n35"><p>Ibid., 252.</p></fn>
<fn id="n36"><p>Ibid., 396.</p></fn>
<fn id="n37"><p>Michel Foucault, &#34;Ist es also wichtig, zu denken?,&#34; in <italic>Schriften in vier B&#228;nden. Dits et Ecrits. Band IV: 1980&#8211;1988</italic>, Hg. Daniel Defert und Fran&#231;ois Ewald (<xref ref-type="bibr" rid="B13">Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2005</xref>), 221.</p></fn>
<fn id="n38"><p>Vgl. Bruno Latour, &#34;Elementare Formen der Soziologie. Fortgeschrittene Formen der Theologie,&#34; <italic>Soziopolis</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B29">2017</xref>), <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://soziopolis.de/erinnern/jubilaeen/artikel/elementare-formen-der-soziologie/">https://soziopolis.de/erinnern/jubilaeen/artikel/elementare-formen-der-soziologie/</ext-link>.</p></fn>
<fn id="n39"><p>Bruno Latour, <italic>Les microbes, guerre et paix, suivi de Irr&#233;ductions</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B32">Paris: A.M. M&#233;taili&#233;, 1984</xref>), 177ff.</p></fn>
<fn id="n40"><p>Latour, <italic>Existenzweisen</italic>, 483.</p></fn>
<fn id="n41"><p>Das genauere Verh&#228;ltnis zwischen Denken, Gruppe, Wissen und Wissenschaft bed&#252;rfte einer ausf&#252;hrlicheren Diskussion, die hier zu weit f&#252;hren w&#252;rde. Siehe etwa Ludwik Fleck, <italic>Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Einf&#252;hrung in die Lehre vom Denkstil und vom Denkkollektiv</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B11">Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1980 [1935]</xref>); Bruno Latour, &#34;Ist Wissen ein Existenzmodus?,&#34; in <italic>Wissenschaft im Museum &#8211; Ausstellung im Labor</italic>, Hg. Anke te Heesen und Margarete V&#246;hringer (<xref ref-type="bibr" rid="B31">Berlin: Kadmos, 2014</xref>). Zur Reduktion Isabelle Stengers, <italic>L&#39;invention des sciences modernes</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B50">Paris: &#201;d. de la D&#233;couverte, 1993</xref>), insbesondere 132.</p></fn>
<fn id="n42"><p>Vgl. das explizit ge&#228;u&#223;erte Vorhaben, &#34;das Wertesystem der &#39;westlichen Gesellschaften&#39; zu rekonstruieren&#34;, Latour, <italic>Existenzweisen</italic>, 66.</p></fn>
<fn id="n43"><p>F&#252;r die Technik etwa <italic>Aramis oder Die Liebe zur Technik</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B26">2018 [1992]</xref>), f&#252;r die Wissenschaft: Bruno Latour und Steve Woolgar, <italic>Laboratory Life. The Construction of Scientific Facts</italic> (<italic>second edition with a new postword</italic>) (<xref ref-type="bibr" rid="B36">Princeton 1986 [1979]</xref>), sowie Bruno Latour, <italic>Die Hoffnung der Pandora. Untersuchungen zur Wirklichkeit der Wissenschaft</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B27">Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2000 [1999]</xref>); f&#252;r den Existenzmodus der Metamorphose: <italic>Petite r&#233;flexion sur le culte moderne des dieux Faitiches</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B34">Paris: Les emp&#234;cheurs de penser en rond, 1996</xref>).</p></fn>
<fn id="n44"><p>Henning Laux, Hg., <italic>Bruno Latours Soziologie der &#39;Existenzweisen&#39;. Einf&#252;hrung und Diskussion</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B37">Bielefeld: transcript, 2016</xref>).</p></fn>
<fn id="n45"><p>Latour, <italic>Existenzweisen</italic>, 113f.</p></fn>
<fn id="n46"><p>Robert Seyfert, &#34;Foucault-Rezeption in der deutschsprachigen Soziologie&#34;, in <italic>Handbuch Geschichte der deutschsprachigen Soziologie</italic>, Hg. Stephan Moebius und Andrea Ploder (<xref ref-type="bibr" rid="B49">Wiesbaden: Springer, 2018</xref>), 655.</p></fn>
<fn id="n47"><p>Latour, <italic>Eine neue Soziologie f&#252;r eine neue Gesellschaft</italic>, 323ff.</p></fn>
<fn id="n48"><p><italic>Existenzweisen</italic>, 410.</p></fn>
<fn id="n49"><p>Ibid., 425.</p></fn>
<fn id="n50"><p>In der Art von John R. Searle, <italic>Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Zur Ontologie sozialer Tatsachen</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B48">Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1997</xref>).</p></fn>
<fn id="n51"><p>Dazu genauer Latour, <italic>Existenzweisen</italic>, 506f., 514&#8211;16, 572.</p></fn>
<fn id="n52"><p>F&#252;r Tarde lassen sich auch ein Industrieerzeugnis, ein Gedicht, eine Formel, eine politische Idee als &#34;soziale Gebilde&#34; mit einem &#34;mehr oder weniger klar umrissenen Charakter&#34; betrachten: Gabriel Tarde, <italic>Monadologie und Soziologie</italic>, &#252;bersetzt von Juliane Sarnes und Michael Schillmeier (<xref ref-type="bibr" rid="B52">Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2009 [frz. 1893]</xref>), 99.</p></fn>
<fn id="n53"><p>Etwa in Niklas Luhmann, <italic>Soziale Systeme. Grundri&#223; einer allgemeinen Theorie</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B38">Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1987 [1984]</xref>), 344.</p></fn>
<fn id="n54"><p>Luc Boltanski und Laurent Th&#233;venot, <italic>&#220;ber die Rechtfertigung. Eine Soziologie der kritischen Urteilskraft</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B4">Hamburg: Hamburger Edition 2007 [1991]</xref>). Zur Objektorientiertheit dieses soziologischen Ansatzes siehe Ro&#223;ler, <italic>Der Anteil der Dinge an der Gesellschaft</italic>, 121f. Interessanterweise sieht Paul Veyne diese beiden Soziologen, wiewohl eigenst&#228;ndig, durchaus im Geiste Foucaults arbeiten: Paul Veyne, <italic>Foucault: der Philosoph als Samurai</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B53">Stuttgart: Reclam, 2009</xref>), 19, 180f. Anm. 20: &#34;die subtile Pr&#228;zision ihrer Analysen, die nicht auf Universalien zur&#252;ckgreift und die Realit&#228;t tief durchdringt, erinnert an die Arbeitsweise Foucaults&#34; (ibid., 181).</p></fn>
<fn id="n55"><p>Joachim Fischer, &#34;Soziologie aus der Perspektive der Philosophischen Anthropologie&#34;, in <italic>Der Mensch &#8211; nach R&#252;cksprache mit der Soziologie</italic>, Hg. Michael Corsten und Michael Kauppert (<xref ref-type="bibr" rid="B10">Frankfurt a. M.: Campus, 2013</xref>).</p></fn>
<fn id="n56"><p>Zu Luhmanns &#220;berlegungen hinsichtlich einer Fundierung der Soziologie durch die Anthropologie siehe <xref ref-type="bibr" rid="B21">Michael Kauppert, &#34;Tiefsinnige Frage, leichtfertige Antworten? Der Mensch vor einer R&#252;cksprache mit der Soziologie&#34;</xref>, ibid., 16. Zu den Problemen und Paradoxien der philosophischen Anthropologie siehe Jean-Claude Monod, &#34;Das &#39;Anthropologieverbot&#39; bei Husserl und Heidegger und seine &#220;bertretung durch Blumenberg&#34;, <italic>Trivium</italic> 25 (<xref ref-type="bibr" rid="B40">2017</xref>), <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="http://journals.openedition.org/trivium/5461">http://journals.openedition.org/trivium/5461</ext-link>.</p></fn>
<fn id="n57"><p>Bruno Latour, &#34;On actor-network theory. A few clarifications,&#34; <italic>Soziale Welt</italic> 4 (<xref ref-type="bibr" rid="B33">1996</xref>), 377; weiterhin: &#34;die Infrasprache der Semiotik sch&#252;tzt gegen die Metasprache der Soziologie&#34;, <italic>Eine neue Soziologie f&#252;r eine neue Gesellschaft</italic>, 96; in diesem Zusammenhang weist Latour darauf hin, dass die Akteur-Netzwerk-Theorie sich halb der Ethnomethodologie Garfinkels und halb der Semiotik Greimas&#39; verdanke, ibid.</p></fn>
<fn id="n58"><p>Foucault, <italic>Die Ordnung der Dinge</italic>, 447ff.</p></fn>
<fn id="n59"><p>Ibid., 450f.</p></fn>
<fn id="n60"><p>Foucault gibt der Geschichte &#34;die Rolle einer inneren Ethnologie unserer Kultur und unserer Rationalit&#228;t&#34;, Michel Foucault, &#34;&#220;ber verschiedene Arten, Geschichte zu schreiben,&#34; in <italic>Dits et &#200;crits. Schriften 1</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B15">Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2001</xref>), 767. Vgl. Gehring, <italic>Foucault &#8211; Die Philosophie im Archiv</italic>, 148.</p></fn>
<fn id="n61"><p>Wie er es mit Jack Goody nennt, vgl. Bruno Latour, <italic>Wir sind nie modern gewesen. Versuch einer symmetrischen Anthropologie</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B35">Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2008 [1995]</xref>), 20.</p></fn>
<fn id="n62"><p>In <italic>Existenzweisen</italic>, 40f., beschrieben als Gegensatz zwischen Natur und Gesellschaft, zwischen Tatsachen und Werten und ibid., 179, als Bifurkation zwischen prim&#228;ren und sekund&#228;ren Qualit&#228;ten.</p></fn>
<fn id="n63"><p>Foucault, <italic>Die Ordnung der Dinge</italic>, 410ff. Vgl. Sarasin, <italic>Michel Foucault zur Einf&#252;hrung</italic>, 90ff.</p></fn>
<fn id="n64"><p>Diese Behauptung kann man kaum wiedergeben, ohne zumindest das Gegenbeispiel von Max Weber anzuf&#252;hren, f&#252;r den bekanntlich Nietzsche wichtig war, was Foucault in sp&#228;teren Jahren mit dazu gebracht hat, sich mehr mit Weber zu besch&#228;ftigen: &#193;rp&#225;d Szakolczai, <italic>Max Weber and Michel Foucault. Parallel life-works</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B51">London u. New York: Routledge, 1998</xref>), 1f.</p></fn>
<fn id="n65"><p>Frank Fischbach, &#34;Aufkl&#228;rung et modernit&#233; philosophique. Foucault entre Kant et Hegel,&#34; in <italic>Lectures de Michel Foucault</italic> (<italic>Bd. 2</italic>). <italic>Foucault et la philosophie. Textes r&#233;unis par Emmanuel da Silva</italic>, Hg. Philippe Arti&#232;res et al. (<xref ref-type="bibr" rid="B9">Paris: ENS &#201;ditions, 2008</xref>); Michel Foucault, &#34;Was ist Aufkl&#228;rung?,&#34; in <italic>Schriften in vier B&#228;nden. Dits et Ecrits. Band IV: 1980&#8211;1988</italic>, Hg. Daniel Defert und Fran&#231;ois Ewald (<xref ref-type="bibr" rid="B16">Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2005</xref>).</p></fn>
<fn id="n66"><p>Auch dass er sp&#228;ter dieses Buch selbst kritisiert hat, wird bisweilen vermerkt. Zu den sich im Laufe der Zeit ver&#228;ndernden Selbsteinsch&#228;tzungen Foucaults hinsichtlich der <italic>Ordnung der Dinge</italic> vgl. Philippe Arti&#232;res et al., &#34;Introduction,&#34; in <italic>Les mots et les choses de Michel Foucault. Regards critiques 1966&#8211;1968</italic>, Hg. Philippe Arti&#232;res et al. (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Caen: Presses universitaires de Caen, 2009</xref>), 19&#8211;27.</p></fn>
<fn id="n67"><p>Latour, <italic>Wir sind nie modern gewesen</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B35">Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2008 [1995]</xref>).</p></fn>
<fn id="n68"><p>Als ein solcher wird Foucault charakterisiert in Keller, <italic>Michel Foucault</italic>, 10, 17.</p></fn>
<fn id="n69"><p>Auch wenn dem hier nicht detaillierter nachgegangen werden kann, scheint es mir ausgemacht, dass Foucaults materiale Beitr&#228;ge zur Soziologie in seinen sp&#228;teren Arbeiten einer solchen nicht-anthropozentrischen Soziologie entsprechen. Hier m&#252;sste man in eine grunds&#228;tzlichere Diskussion &#252;ber Foucaults Verh&#228;ltnis zur Soziologie eintreten, &#252;ber seine Sozialtheorie, Gesellschaftsdiagnosen, seine Rezeption in der Soziologie via Diskurs, Gouvernementalit&#228;t, Macht etc.</p></fn>
<fn id="n70"><p>Gilles Deleuze, &#34;Das Leben als Kunstwerk,&#34; in <italic>Unterhandlungen. 1972&#8211;1990</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B7">Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1993</xref>), 137.</p></fn>
<fn id="n71"><p>Michel Foucault, &#34;Nietzsche, die Genealogie, die Historie,&#34; in <italic>Von der Subversion des Wissens</italic>, Hg. Walter Seitter (<xref ref-type="bibr" rid="B14">M&#252;nchen: Hanser, 1974</xref>), 90; Paul Veyne, &#34;Le dernier Foucault et sa morale,&#34; <italic>Critique</italic> 471&#8211;472 (<xref ref-type="bibr" rid="B54">1986</xref>); Luca Paltrinieri, <italic>L&#39; exp&#233;rience du concept. Michel Foucault entre &#233;pist&#233;mologie et histoire</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B43">Paris: Publications de la Sorbonne, 2012</xref>), 170, 179.</p></fn>
</fn-group>
<ref-list>
<title>Bibliographie</title>
<ref id="B1"><label>1</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Angerm&#252;ller</surname>, <given-names>Johannes</given-names></string-name>. <article-title>&#34;Michel Foucault &#8211; auf dem Weg zum soziologischen Klassiker?&#34;</article-title> <source>Soziologische Revue</source> <volume>27</volume> (<year>2004</year>): <fpage>385</fpage>&#8211;<lpage>94</lpage>. DOI: <pub-id pub-id-type="doi">10.1524/srsr.2004.27.4.385</pub-id></mixed-citation></ref>
<ref id="B2"><label>2</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Arti&#232;res</surname>, <given-names>Philippe</given-names></string-name>, <string-name><given-names>Jean-Fran&#231;ois</given-names> <surname>Bert</surname></string-name>, <string-name><given-names>Philippe</given-names> <surname>Chevallier</surname></string-name>, <string-name><given-names>Pascal</given-names> <surname>Michon</surname></string-name>, <string-name><given-names>Mathieu</given-names> <surname>Potte-Bonnevielle</surname></string-name>, <string-name><given-names>Judith</given-names> <surname>Revel</surname></string-name> und <string-name><given-names>Jean-Claude</given-names> <surname>Zancarini</surname></string-name>. <chapter-title>&#34;Introduction.&#34;</chapter-title> In <source>Les mots et les choses de Michel Foucault. Regards critiques 1966&#8211;1968</source>, Hg. <string-name><given-names>Philippe</given-names> <surname>Arti&#232;res</surname></string-name>, <string-name><given-names>Jean-Fran&#231;ois</given-names> <surname>Bert</surname></string-name>, <string-name><given-names>Philippe</given-names> <surname>Chevallier</surname></string-name>, <string-name><given-names>Pascal</given-names> <surname>Michon</surname></string-name>, <string-name><given-names>Mathieu</given-names> <surname>Potte-Bonnevielle</surname></string-name>, <string-name><given-names>Judith</given-names> <surname>Revel</surname></string-name> und <string-name><given-names>Jean-Claude</given-names> <surname>Zancarini</surname></string-name>, <fpage>7</fpage>&#8211;<lpage>35</lpage>. <publisher-loc>Caen</publisher-loc>: <publisher-name>Presses universitaires de Caen</publisher-name>, <year>2009</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B3"><label>3</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Balibar</surname>, <given-names>&#201;tienne</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Foucault und Marx. Der Einsatz des Nominalismus.&#34;</chapter-title> In <source>Spiele der Wahrheit. Michel Foucaults Denken</source>, Hg. <string-name><given-names>Fran&#231;ois</given-names> <surname>Ewald</surname></string-name> und <string-name><given-names>Bernhard</given-names> <surname>Waldenfels</surname></string-name>, <fpage>39</fpage>&#8211;<lpage>65</lpage>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Suhrkamp</publisher-name>, <year>1991</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B4"><label>4</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Boltanski</surname>, <given-names>Luc</given-names></string-name> und <string-name><given-names>Laurent</given-names> <surname>Th&#233;venot</surname></string-name>. <source>&#220;ber die Rechtfertigung. Eine Soziologie der kritischen Urteilskraft</source>. <publisher-loc>Hamburg</publisher-loc>: <publisher-name>Hamburger Edition</publisher-name>, <year>2007 [1991]</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B5"><label>5</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Bublitz</surname>, <given-names>Hannelore</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Soziologie.&#34;</chapter-title> In <source>Foucault-Handbuch. Leben &#8211; Werk &#8211; Wirkung</source>, Hg. <string-name><given-names>Clemens</given-names> <surname>Kammler</surname></string-name>, <string-name><given-names>Rolf</given-names> <surname>Parr</surname></string-name> und <string-name><given-names>Ulrich Johannes</given-names> <surname>Schneider</surname></string-name>, <fpage>385</fpage>&#8211;<lpage>95</lpage>. <publisher-loc>Stuttgart</publisher-loc>: <publisher-name>Metzler</publisher-name>, <year>2014</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B6"><label>6</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Collins</surname>, <given-names>Harold M.</given-names></string-name> und <string-name><given-names>Steven</given-names> <surname>Yearley</surname></string-name>. <chapter-title>&#34;Epistemological Chicken.&#34;</chapter-title> In <source>Science as practice and culture</source>, Hg. <string-name><given-names>Andrew</given-names> <surname>Pickering</surname></string-name>, <fpage>301</fpage>&#8211;<lpage>26</lpage>. <publisher-loc>Chicago</publisher-loc>: <publisher-name>University of Chicago Press</publisher-name>, <year>1992</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B7"><label>7</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Deleuze</surname>, <given-names>Gilles</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Das Leben als Kunstwerk.&#34;</chapter-title> In <source>Unterhandlungen. 1972&#8211;1990</source>, <fpage>136</fpage>&#8211;<lpage>46</lpage>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Suhrkamp</publisher-name>, <year>1993</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B8"><label>8</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Dreyfus</surname>, <given-names>Hubert L.</given-names></string-name> und <string-name><given-names>Paul</given-names> <surname>Rabinow</surname></string-name>. <source>Michel Foucault. Jenseits von Strukturalismus und Hermeneutik</source>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Athen&#228;um</publisher-name>, <year>1987</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B9"><label>9</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Fischbach</surname>, <given-names>Frank</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Aufkl&#228;rung et modernit&#233; philosophique. Foucault entre Kant et Hegel.&#34;</chapter-title> In <source>Lectures de Michel Foucault (Bd. 2). Foucault et la philosophie. Textes r&#233;unis par Emmanuel da Silva</source>, <string-name><given-names>Philippe</given-names> <surname>Arti&#232;res</surname></string-name> et al., <fpage>115</fpage>&#8211;<lpage>34</lpage>. <publisher-loc>Paris</publisher-loc>: <publisher-name>ENS &#201;ditions</publisher-name>, <year>2008</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B10"><label>10</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Fischer</surname>, <given-names>Joachim</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Soziologie aus der Perspektive der Philosophischen Anthropologie.&#34;</chapter-title> In <source>Der Mensch &#8211; nach R&#252;cksprache mit der Soziologie</source>, Hg. <string-name><given-names>Michael</given-names> <surname>Corsten</surname></string-name> und <string-name><given-names>Michael</given-names> <surname>Kauppert</surname></string-name>, <fpage>33</fpage>&#8211;<lpage>60</lpage>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Campus</publisher-name>, <year>2013</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B11"><label>11</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Fleck</surname>, <given-names>Ludwik</given-names></string-name>. <source>Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Einf&#252;hrung in die Lehre vom Denkstil und vom Denkkollektiv</source>. <publisher-loc>Frankfurt a. M</publisher-loc>: <publisher-name>Suhrkamp</publisher-name>, <year>1980 [1935]</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B12"><label>12</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Foucault</surname>, <given-names>Michel</given-names></string-name>. <source>Die Ordnung der Dinge. Eine Arch&#228;ologie der Humanwissenschaften</source>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Suhrkamp</publisher-name>, <year>2015</year> [<day>23</day>. <month>Aufl.</month>].</mixed-citation></ref>
<ref id="B13"><label>13</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Foucault</surname>, <given-names>Michel</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Ist es also wichtig, zu denken?&#34;</chapter-title>. In <source>Schriften in vier B&#228;nden. Dits et Ecrits. Band IV: 1980&#8211;1988</source>, Hg. <string-name><given-names>Daniel</given-names> <surname>Defert</surname></string-name> und <string-name><given-names>Fran&#231;ois</given-names> <surname>Ewald</surname></string-name>, <fpage>219</fpage>&#8211;<lpage>23</lpage>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Suhrkamp</publisher-name>, <year>2005</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B14"><label>14</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Foucault</surname>, <given-names>Michel</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Nietzsche, die Genealogie, die Historie.&#34;</chapter-title> In <source>Von der Subversion des Wissens</source>, Hg. <string-name><given-names>Walter</given-names> <surname>Seitter</surname></string-name>, <fpage>83</fpage>&#8211;<lpage>109</lpage>. <publisher-loc>M&#252;nchen</publisher-loc>: <publisher-name>Hanser</publisher-name>, <year>1974</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B15"><label>15</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Foucault</surname>, <given-names>Michel</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;&#220;ber verschiedene Arten, Geschichte zu schreiben.&#34;</chapter-title> In <source>Schriften in vier B&#228;nden. Dits et Ecrits. Band I: 1954&#8211;1969</source>, Hg. <string-name><given-names>Daniel</given-names> <surname>Defert</surname></string-name> und <string-name><given-names>Fran&#231;ois</given-names> <surname>Ewald</surname></string-name>, <fpage>750</fpage>&#8211;<lpage>69</lpage>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Suhrkamp</publisher-name>, <year>2001</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B16"><label>16</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Foucault</surname>, <given-names>Michel</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Was ist Aufkl&#228;rung?&#34;</chapter-title>. In <source>Schriften in vier B&#228;nden. Dits et Ecrits. Band IV: 1980&#8211;1988</source>, Hg. <string-name><given-names>Daniel</given-names> <surname>Defert</surname></string-name> und <string-name><given-names>Fran&#231;ois</given-names> <surname>Ewald</surname></string-name>, <fpage>687</fpage>&#8211;<lpage>707</lpage>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Suhrkamp</publisher-name>, <year>2005</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B17"><label>17</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Gehring</surname>, <given-names>Petra</given-names></string-name>. <source>Foucault &#8211; Die Philosophie im Archiv</source>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Campus</publisher-name>, <year>2004</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B18"><label>18</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Gehring</surname>, <given-names>Petra</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Wird er sich aufl&#246;sen? Foucaults Anthropologiekritik &#8211; ein Retraktandum.&#34;</chapter-title> In <source>Fines Hominis? Zur Geschichte der Philosophischen Anthropologiekritik</source>, Hg. <string-name><given-names>Marc</given-names> <surname>R&#246;lli</surname></string-name>, <fpage>189</fpage>&#8211;<lpage>211</lpage>. <publisher-loc>Bielefeld</publisher-loc>: <publisher-name>transcript</publisher-name>, <year>2015</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B19"><label>19</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Heintz</surname>, <given-names>Bettina</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Die soziale Welt der Wissenschaft. Entwicklungen, Ans&#228;tze und Ergebnisse der Wissenschaftsforschung.&#34;</chapter-title> In <source>Wissenschafts- und Technikforschung in der Schweiz</source>, Hg. <string-name><given-names>Bettina</given-names> <surname>Heintz</surname></string-name> und <string-name><given-names>Bernhard</given-names> <surname>Nievergelt</surname></string-name>, <fpage>55</fpage>&#8211;<lpage>94</lpage>. <publisher-loc>Z&#252;rich</publisher-loc>: <publisher-name>Seismo-Verlag</publisher-name>, <year>1998</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B20"><label>20</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Kaesler</surname>, <given-names>Dirk</given-names></string-name>, Hg. <source>Aktuelle Theorien der Soziologie: von Shmuel N. Eisenstadt bis zur Postmoderne</source>. <publisher-loc>M&#252;nchen</publisher-loc>: <publisher-name>Beck</publisher-name>, <year>2005</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B21"><label>21</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Kauppert</surname>, <given-names>Michael</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Tiefsinnige Frage, leichtfertige Antworten? Der Mensch vor einer R&#252;cksprache mit der Soziologie.&#34;</chapter-title> In <source>Der Mensch &#8211; nach R&#252;cksprache mit der Soziologie</source>, Hg. <string-name><given-names>Michael</given-names> <surname>Corsten</surname></string-name> und <string-name><given-names>Michael</given-names> <surname>Kauppert</surname></string-name>, <fpage>7</fpage>&#8211;<lpage>31</lpage>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Campus</publisher-name>, <year>2013</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B22"><label>22</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Keller</surname>, <given-names>Reiner</given-names></string-name>. <source>Michel Foucault (Klassiker der Wissenssoziologie)</source>. <publisher-loc>Konstanz</publisher-loc>: <publisher-name>UVK</publisher-name>, <year>2008</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B23"><label>23</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Kittler</surname>, <given-names>Friedrich</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Einleitung.&#34;</chapter-title> In <source>Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften. Programme des Poststrukturalismus</source>, Hg. <string-name><given-names>Friedrich</given-names> <surname>Kittler</surname></string-name>, <fpage>7</fpage>&#8211;<lpage>14</lpage>. <publisher-loc>Paderborn [u.a.]</publisher-loc>: <publisher-name>Sch&#246;ningh</publisher-name>, <year>1980</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B24"><label>24</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Knoblauch</surname>, <given-names>Hubert</given-names></string-name>. <article-title>&#34;Der Krieg, der Diskurs und die Paranoia der Macht. Michel Foucaults Verteidigung der Gesellschaft.&#34;</article-title> <source>Soziologische Revue</source> <volume>23</volume> (<year>2000</year>): <fpage>263</fpage>&#8211;<lpage>68</lpage>. DOI: <pub-id pub-id-type="doi">10.1524/srsr.2000.23.3.263</pub-id></mixed-citation></ref>
<ref id="B25"><label>25</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Lahire</surname>, <given-names>Bernard</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;L&#39;esprit sociologique de Michel Foucault.&#34;</chapter-title> In <source>L&#39;esprit sociologique</source>, <fpage>112</fpage>&#8211;<lpage>27</lpage>. <publisher-loc>Paris</publisher-loc>: <publisher-name>&#201;d. la D&#233;couverte</publisher-name>, <year>2007</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B26"><label>26</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Latour</surname>, <given-names>Bruno</given-names></string-name>. <source>Aramis oder Die Liebe zur Technik</source>, <publisher-loc>T&#252;bingen</publisher-loc>: <publisher-name>Mohr Siebeck</publisher-name>, <year>2018</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B27"><label>27</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Latour</surname>, <given-names>Bruno</given-names></string-name>. <source>Die Hoffnung der Pandora. Untersuchungen zur Wirklichkeit der Wissenschaft</source>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Suhrkamp</publisher-name>, <year>2000 [1999]</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B28"><label>28</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Latour</surname>, <given-names>Bruno</given-names></string-name>. <source>Eine neue Soziologie f&#252;r eine neue Gesellschaft. Einf&#252;hrung in die Akteur-Netzwerk-Theorie</source>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Suhrkamp</publisher-name>, <year>2007</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B29"><label>29</label><mixed-citation publication-type="webpage"><string-name><surname>Latour</surname>, <given-names>Bruno</given-names></string-name>. <article-title>&#34;Elementare Formen der Soziologie. Fortgeschrittene Formen der Theologie.&#34;</article-title> <source>Soziopolis</source> (<year>2017</year>). <uri>https://soziopolis.de/erinnern/jubilaeen/artikel/elementare-formen-der-soziologie/</uri>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B30"><label>30</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Latour</surname>, <given-names>Bruno</given-names></string-name>. <source>Existenzweisen. Eine Anthropologie der Modernen</source>. <publisher-loc>Berlin</publisher-loc>: <publisher-name>Suhrkamp</publisher-name>, <year>2014</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B31"><label>31</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Latour</surname>, <given-names>Bruno</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Ist Wissen ein Existenzmodus?&#34;</chapter-title>. In <source>Wissenschaft im Museum &#8211; Ausstellung im Labor</source>, Hg. <string-name><given-names>Anke</given-names> <surname>te Heesen</surname></string-name> und <string-name><given-names>Margarete</given-names> <surname>V&#246;hringer</surname></string-name>, <fpage>136</fpage>&#8211;<lpage>73</lpage>. <publisher-loc>Berlin</publisher-loc>: <publisher-name>Kadmos</publisher-name>, <year>2014</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B32"><label>32</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Latour</surname>, <given-names>Bruno</given-names></string-name>. <source>Les microbes, guerre et paix, suivi de Irr&#233;ductions</source>. <publisher-loc>Paris</publisher-loc>: <publisher-name>A.M. M&#233;taili&#233;</publisher-name>, <year>1984</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B33"><label>33</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Latour</surname>, <given-names>Bruno</given-names></string-name>. <article-title>&#34;On actor-network theory. A few clarifications.&#34;</article-title> <source>Soziale Welt, Heft</source> <volume>4</volume> <year>1996</year>: <fpage>369</fpage>&#8211;<lpage>81</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B34"><label>34</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Latour</surname>, <given-names>Bruno</given-names></string-name>. <source>Petite r&#233;flexion sur le culte moderne des dieux Faitiches</source>. <publisher-loc>Paris</publisher-loc>: <publisher-name>Les emp&#234;cheurs de penser en rond</publisher-name>, <year>1996</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B35"><label>35</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Latour</surname>, <given-names>Bruno</given-names></string-name>. <source>Wir sind nie modern gewesen. Versuch einer symmetrischen Anthropologie</source>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Suhrkamp</publisher-name>, <year>2008 [1995]</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B36"><label>36</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Latour</surname>, <given-names>Bruno</given-names></string-name> und <string-name><given-names>Steve</given-names> <surname>Woolgar</surname></string-name>. <source>Laboratory Life. The Construction of Scientific Facts (second edition with a new postword)</source>. Princeton <year>1986 [1979]</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B37"><label>37</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Laux</surname>, <given-names>Henning</given-names></string-name>, Hg. <source>Bruno Latours Soziologie der &#39;Existenzweisen&#39;. Einf&#252;hrung und Diskussion</source> Bielefeld: transcript, <year>2016</year>. DOI: <pub-id pub-id-type="doi">10.14361/9783839431252</pub-id></mixed-citation></ref>
<ref id="B38"><label>38</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Luhmann</surname>, <given-names>Niklas</given-names></string-name>. <source>Soziale Systeme. Grundri&#223; einer allgemeinen Theorie</source>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Suhrkamp</publisher-name>, <year>1987 [1984]</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B39"><label>39</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Maasen</surname>, <given-names>Sabine</given-names></string-name>. <source>Wissenssoziologie</source>. <publisher-loc>Bielefeld</publisher-loc>: <publisher-name>transcript</publisher-name>, <year>2009</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B40"><label>40</label><mixed-citation publication-type="webpage"><string-name><surname>Monod</surname>, <given-names>Jean-Claude</given-names></string-name>. <article-title>&#34;Das &#39;Anthropologieverbot&#39; bei Husserl und Heidegger und seine &#220;bertretung durch Blumenberg.&#34;</article-title> <source>Trivium</source> <volume>25</volume> (<year>2017</year>). <uri>http://journals.openedition.org/trivium/5461</uri>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B41"><label>41</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Nigro</surname>, <given-names>Roberto</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Philosophie und Anthropologiekritik bei Marx.&#34;</chapter-title> In <source>Fines Hominis? Zur Geschichte der Philosophischen Anthropologiekritik</source>, Hg. <string-name><given-names>Marc</given-names> <surname>R&#246;lli</surname></string-name>, <fpage>51</fpage>&#8211;<lpage>63</lpage>. <publisher-loc>Bielefeld</publisher-loc>: <publisher-name>transcript</publisher-name>, <year>2015</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B42"><label>42</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Otero</surname>, <given-names>Marcelo</given-names></string-name>. <article-title>&#34;La sociologie de Michel Foucault. Une critique de la raison impure.&#34;</article-title> <source>Sociologie et soci&#233;t&#233;s</source> <volume>38</volume>, no. <issue>2</issue> (<year>2006</year>): <fpage>49</fpage>&#8211;<lpage>72</lpage>. DOI: <pub-id pub-id-type="doi">10.7202/016372ar</pub-id></mixed-citation></ref>
<ref id="B43"><label>43</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Paltrinieri</surname>, <given-names>Luca</given-names></string-name>. <source>L&#39; exp&#233;rience du concept. Michel Foucault entre &#233;pist&#233;mologie et histoire</source>. <publisher-loc>Paris</publisher-loc>: <publisher-name>Publications de la Sorbonne</publisher-name>, <year>2012</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B44"><label>44</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Rosa</surname>, <given-names>Hartmut</given-names></string-name>, <string-name><given-names>David</given-names> <surname>Strecker</surname></string-name> und <string-name><given-names>Andrea</given-names> <surname>Kottmann</surname></string-name>. <source>Soziologische Theorien</source>. <publisher-loc>Konstanz</publisher-loc>: <publisher-name>UVK</publisher-name>, <year>2007</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B45"><label>45</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Ro&#223;ler</surname>, <given-names>Gustav</given-names></string-name>. <source>Der Anteil der Dinge an der Gesellschaft. Sozialit&#228;t &#8211; Kognition &#8211; Netzwerke</source>. <publisher-loc>Bielefeld</publisher-loc>: <publisher-name>transcript</publisher-name>, <year>2016</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B46"><label>46</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Saar</surname>, <given-names>Martin</given-names></string-name>. <source>Genealogie als Kritik. Geschichte und Theorie des Subjekts nach Nietzsche und Foucault</source>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Campus</publisher-name>, <year>2007</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B47"><label>47</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Sarasin</surname>, <given-names>Philipp</given-names></string-name>. <source>Michel Foucault zur Einf&#252;hrung</source>. <publisher-loc>Hamburg</publisher-loc>: <publisher-name>Junius</publisher-name>, <year>2005</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B48"><label>48</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Searle</surname>, <given-names>John R.</given-names></string-name> <source>Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Zur Ontologie sozialer Tatsachen</source>. <publisher-loc>Reinbek bei Hamburg</publisher-loc>: <publisher-name>Rowohlt</publisher-name>, <year>1997</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B49"><label>49</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Seyfert</surname>, <given-names>Robert</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Foucault-Rezeption in der deutschsprachigen Soziologie.&#34;</chapter-title> In <source>Handbuch Geschichte der deutschsprachigen Soziologie</source>, Hg. <string-name><given-names>Stephan</given-names> <surname>Moebius</surname></string-name> und <string-name><given-names>Andrea</given-names> <surname>Ploder</surname></string-name>, <fpage>637</fpage>&#8211;<lpage>61</lpage>. <publisher-loc>Wiesbaden</publisher-loc>: <publisher-name>Springer</publisher-name>, <year>2018</year>. DOI: <pub-id pub-id-type="doi">10.1007/978-3-658-07614-6_33</pub-id></mixed-citation></ref>
<ref id="B50"><label>50</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Stengers</surname>, <given-names>Isabelle</given-names></string-name>. <source>L&#39;invention des sciences modernes</source>. <publisher-loc>Paris</publisher-loc>: <publisher-name>&#201;d. de la D&#233;couverte</publisher-name>, <year>1993</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B51"><label>51</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Szakolczai</surname>, <given-names>&#193;rp&#225;d</given-names></string-name>. <source>Max Weber and Michel Foucault. Parallel life-works</source>. <publisher-loc>London u. New York</publisher-loc>: <publisher-name>Routledge</publisher-name>, <year>1998</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B52"><label>52</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Tarde</surname>, <given-names>Gabriel</given-names></string-name>. <source>Monadologie und Soziologie</source>. <string-name><given-names>&#220;bersetzt</given-names> <surname>von Juliane Sarnes</surname></string-name> und <string-name><given-names>Michael</given-names> <surname>Schillmeier</surname></string-name>. <publisher-loc>Frankfurt a. M.</publisher-loc>: <publisher-name>Suhrkamp</publisher-name>, <year>2009</year> [frz. 1893].</mixed-citation></ref>
<ref id="B53"><label>53</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Veyne</surname>, <given-names>Paul</given-names></string-name>. <source>Foucault: der Philosoph als Samurai</source>. <publisher-loc>Stuttgart</publisher-loc>: <publisher-name>Reclam</publisher-name>, <year>2009</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B54"><label>54</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Veyne</surname>, <given-names>Paul</given-names></string-name>. <article-title>&#34;Le dernier Foucault et sa morale.&#34;</article-title> <source>Critique</source> <volume>471&#8211;472</volume> (<year>1986</year>): <fpage>933</fpage>&#8211;<lpage>41</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B55"><label>55</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Weyer</surname>, <given-names>Johannes</given-names></string-name>. <chapter-title>&#34;Die Kooperation menschlicher Akteure und nicht-menschlicher Agenten. Ansatzpunkte einer Soziologie hybrider Systeme.&#34;</chapter-title> In <source>Das T&#228;tigsein der Dinge. Beitr&#228;ge zur Handlungstr&#228;gerschaft von Technik</source>, Hg. <string-name><given-names>Wilhelm</given-names> <surname>Berger</surname></string-name> und <string-name><given-names>G&#252;nter</given-names> <surname>Getzinger</surname></string-name>, <fpage>61</fpage>&#8211;<lpage>92</lpage>. <publisher-loc>M&#252;nchen u. Wien</publisher-loc>: <publisher-name>Profil Verlag</publisher-name>, <year>2009</year>.</mixed-citation></ref>
</ref-list>
</back>
</article>